Kariesrisikobetreuung von vulnerablen Gruppen

Der Zahnärztliche Dienst öffnet Türen

Zahnärztliche Teams im Öffentlichen Gesundheitsdienst haben eine Schlüsselfunktion, wenn es darum geht, vulnerable Gruppen anzusprechen, bei denen der Zugang zu Prävention und Versorgung schwierig ist. Das gilt besonders für Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko – egal in welcher Altersklasse. Wie vielschichtig der Setting-Ansatz in der Gruppenprophylaxe sein kann und wie er funktioniert, zeigen sechs regionale Beispiele.

Kariesbetreuung in Kitas Zahnärztlicher Dienst Brandenburg

Gruppenprophylaxe ist eine Erfolgsgeschichte. Seit Jahren. Bundesweit. Beispielhaft. Punkt. Mit vielen engagierten Akteuren. Doch (nahezu) jeder, der den Weinberg der Präventionsarbeit bestellt, hat wieder und wieder eine Erfahrung gemacht. Es gibt vulnerable Gruppen, zu denen der Zugang besonders schwierig ist. „Vulnerabel“ meint dabei verschiedene soziale und (zahn-)medizinische Aspekte: ECC, Deprivation, Armut, Krankheit, Migrationshintergrund, ...

Aber wie kommt man mit präventiven Angeboten an diese Zielgruppen heran? Dr. Michael Schäfer, Bundesvorsitzender der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, erklärt dies am Beispiel der „Frühen Hilfen“ in Düsseldorf. Das sind regionale Unterstützungssysteme mit koordinierten Angeboten für Eltern und Kinder. Neben alltagspraktischer Hilfe wollen diese einen Beitrag zur Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz von (werdenden) Müttern und Vätern leisten. Schäfer: „Dort erfährt man im direkten Kontakt, wer sehr belastet ist und Unterstützung braucht. Das gilt auch für Fragen rund um die Zahn- und Mundgesundheit. Unsere zahnärztlichen Teams können hier eine große Hilfestellung leisten. Sie haben eine Vermittlerfunktion, sind sozusagen Türöffner in die Familien hinein. Und haben in vielen Fällen dafür gesorgt, dass ganze Familien wieder den Weg zum Zahnarzt und in die Praxis gefunden haben.“

Die Player der Gruppenprophylaxe

Zahnmedizinische Gruppenprophylaxe ist vernetzte Gemeinschaftsarbeit. Der GKV-Spitzenverband beschließt dazu bundeseinheitliche Rahmenempfehlungen. Diese Aufgaben werden von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. (DAJ) wahrgenommen. 

Zusammengeschlossen haben sich in der DAJ über 40 Mitgliedsorganisationen: die Bundesorganisationen der niedergelassenen Zahnärzte, der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband), die Kommunalen Spitzenverbände, die Landesarbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege sowie Fachverbände und Firmen, die an Prophylaxe interessiert sind. 

Die DAJ hat Grundsätze für Maßnahmen zur Förderung der Mundgesundheit im Rahmen der Gruppenprophylaxe nach § 21 SGB V herausgegeben. Dort sind die Inhalte und Schwerpunkte für Maßnahmen ausführlich beschrieben. In 2016 sind erweiterte Empfehlungen zur Gruppenprophylaxe für unter 3-Jährige hinzugekommen. Die DAJ initiiert ferner epidemiologische Begleituntersuchungen zur Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen und führt Fortbildungen durch. 

Beleuchtet werden sechs regionale, aufsuchende Projekte, bei denen die zahnärztlichen Teams des Öffentlichen Gesundheitsdienstes – als ein Akteur der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe – die Türen wieder (ein Stück) öffnen konnten.

Kooperationsverbund Gesundheitliche Chanchengleichheit

Wie Risikogruppen gefördert werden

Seit 2003 gibt es den Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit. Er wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) initiiert. Insgesamt sind 66 Partnerorganisationen dort vertreten, unter anderem die BZÄK und der BZÖG. Gesundheitsförderung wird hier als gesellschaftliches Querschnittsthema verstanden. Ziel ist es, die Soziallagen-bezogene Gesundheitsförderung in der öffentlichen Wahrnehmung und auch in der praktischen Umsetzung weiterzuentwickeln. Ein zentrales Anliegen ist die niedrigschwellige Entwicklung von Angeboten. Im Fokus steht der Setting-Ansatz. Dabei arbeitet der Verbund auch mit Good-Practice-Modellen.

  • Alle Aktivitäten im Verbund werden auf der Plattform www.gesundheitliche-chancengleichheit.de dargestellt. Dazu gehören Informationen, Arbeitsmaterialien und Veranstaltungshinweise.
  • Wesentliches Element der Plattform ist eine bundesweite Datenbank mit rund 3.000 Projekten. Sie listet Maßnahmen der Gesundheitsförderung auf, die sich insbesondere an Menschen in schwieriger sozialer Lage richten. 

Auch die zahnärztlichen Bundesorganisationen haben das Thema Gesundheitliche Chancengleichheit aufgegriffen:

  • 2013 erfolgte eine Initiative von BZÄK und KZBV gemeinsam mit der BÄK und der KBV: Abbau von Barrieren beim Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung.
  • Die BZÄK hat in Kooperation mit dem Deutschen Hebammenverband einen textfreien Comic zur Zahnpflege bei Kleinkindern herausgegeben. Schwerpunkt: ECC und Nuckelflaschenkaries.
  • BZÄK und KZBV haben einen „Praktischen Ratgeber für die zahnärztliche Praxis – Frühkindliche Karies vermeiden“ herausgegeben: www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b16/ecc-ratgeber.pdf )
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