Mit dem „Computer Bild“-Chefredakteur auf der IFA

Smarte Thermostate und ein Radar fürs WC

Gestern ging in Berlin die Internationale Funkausstellung (IFA) zu Ende. Die zm trafen dort den "Computer Bild"-Chefredakteur und haben sich von ihm (vor allem, aber nicht nur) nicht-dentales Hightech für die Zahnarztpraxis zeigen lassen.

Der Chefredakteur von Computer Bild beim Benutzen einer auf der IFA vorgestellten Munddusche. Der Hersteller verspricht, dass Speisereste zwischen den Zähnen mit einem Ultraschall-Wasserstrahl entfernt werden. Zudem würde Plaque aus den Zahnfleischtaschen gespült. Mit dem zehnstufigen Wasserstrahl lässt sich das Zahnfleisch stimulieren. Dirk Kuchel: "Der Strahl fühlte sich ziemlich stark an, obwohl ich die niedrigste Stufe eingestellt hatte. Ich glaube, es erfordert ein wenig Übung, das Gerät richtig einzusetzen." zm_mth

Sie haben es nicht nach Berlin zur IFA geschafft? Kein Problem, die zm waren für Sie dort und trafen den Fachjournalisten Dirk Kuchel, der seit 2001 bei "Computer Bild" arbeitet und seit Anfang 2018 deren Chefredakteur ist.

Lesen Sie hier seine Tipps und Tricks für Ihre Praxis, unterteilt in die Bereiche Smart Praxis (eine elektronisch steuerbare Arbeitsumgebung, etwa via Smartphone oder Tablet), Audio, Video, E-Health und WLAN.


Smart Praxis, Audio, Video, E-Health und WLAN

Wozu der "Computer Bild"-Chefredakteur rät - und wozu nicht

"Elektronische Filteranlagen, die die Luft überwachen und nur bei Bedarf anspringen, halte ich für Zahnarztpraxen grundsätzlich für empfehlenswert. Sie entfernen Staub und Schadstoffe, reagieren in Echtzeit auf unerwünschte Veränderungen. Geräte von hoher Qualität gibt es schon ab 300, 400 Euro."

"Falls Sie viele ältere Patienten behandeln und sicherstellen wollen, dass man Sie rechtzeitig warnt, wenn diese auf der Toilette ohnmächtig werden, ist ein brandneues Radarsystem das Mittel der Wahl. Damit halten Sie auch alle Bestimmungen zum Persönlichkeitsschutz ein, es wird schließlich niemand gefilmt. Das System meldet nur, dass jemand im Raum gestürzt ist, nicht wer." Dirk Kuchel zufolge ist Vayyar aus Israel derzeit das einzige Unternehmen, das eine solche Lösung anbietet.

"Von ,Voice Control', also Sprachsteuerung, würde ich grundsätzlich abraten. Noch können diese Systeme nicht zwischen unterschiedlichen Sprechern unterscheiden. Im ungünstigsten Fall bekommt ein Patient, ein Lieferant, ein Praktikant mit, mit welchen Befehlen Sie Ihre Technik steuern, und treibt damit Unsinn." Mit einer Sprachsteuerung lassen sich alle möglichen Systeme kontrollieren, ob nun Licht-, Audio- oder Videotechnik.

"Für eine Temperatur, die sich immer den Gegebenheiten anpasst und sogar auf die verschiedenen Räume verändert werden kann, gibt es ,smarte‘ Thermostate. Entscheiden Sie sich für ein System, das schon länger am Markt existiert. Dann können Sie grundsätzlich Zuverlässigkeit voraussetzen, so sind auch Ersatzteillieferungen, Software-Updates und Kundendienst gewährleistet." Herkömmliche Thermostate ohne eine derartige Technologie lassen sich nur von Hand regeln.

"Wer bei Bildschirmen auf gutes Design in seiner Praxis Wert legt, für den werden Modelle mit besonders dünnen Rahmen angeboten. Beim Samsung-Modell ,The Frame' sogar mit Holzrahmen", erklärt Kuchel. Mehrere Hersteller hätten eine Art eingebauten Shop für Kunstwerke – mit klassischen Gemälden oder hochwertigen Fotos. Für bemerkenswert hält der Fachjournalist, dass die Bildschirmauflösung inzwischen so hoch sei, "dass die Bilder wie echte Gemälde wirken".

"Auch bei den Kabeln haben die großen Hersteller viele nutzwertige Lösungen. So wird etwa ein Teil der Technik in kleine Boxen ausgelagert und kann mehr oder weniger unauffällig ein paar Meter entfernt positioniert werden." Vorteil: Es gebe keine großen Abstände von der Wand und vor allem keine Unfallgefahr oder sonstigen Störungen durch die Kabel. "An der Box können Sie dann etwa Blu-ray-Player anschließen oder Sie übertragen Inhalte gleich völlig kabellos von einem Smartphone oder Tablet."

"Man muss keinen Fernseher für 2.000 Euro kaufen. Gute OLED-Bildschirme gibt es schon für unter 1.000 Euro. Die Bildqualität ist auch da schon beeindruckend gut, die Technik top-aktuell." (OLED ist die Abkürzung des englischen "organic light emitting diode", zu deutsch organische Leuchtdiode.)

"Bevor Sie sich für einen Bildschirm entscheiden, prüfen Sie, ob die Zuspieler kabellos agieren und ob die Geräte WLAN-fähig sind." [Ein Zuspieler ist die Quelle des Videosignals, Anm. d. Red.] "Für die Zuspieler spielt es dabei übrigens keine Rolle, ob Sie Bewegtbild, also Filme, oder Standbilder wie Fotos oder Röntgenaufnahmen zeigen wollen. Die Auflösung moderner Flachbildschirme ist für all diese Zwecke ausgelegt."

"E-Health wird in der Industrie immer stärker wahrgenommen, das beobachte ich seit einigen Jahren. Die Selbstvermessung findet gar kein Ende. Eine der interessanten Entwicklungen werden meiner Meinung nach ,Smart Mirrors' sein, interaktive Spiegel, auf denen dann vielleicht auch gleich ihre aktuellen Gesundheitsdaten zusammengefasst dargestellt werden."

"Wichtig ist, dass Sie das Patientennetzwerk unabhängig von den anderen drahtlosen Netzwerken einrichten, die Sie in Ihrer Praxis betreiben. Es sollte definitiv kennwortgeschützt sein. Zur Sicherheit gegen Viren und sonstige Angriffe gibt es inzwischen auch Router, die den Schutz für das Netzwerk gleich eingebaut haben. Zu empfehlen sind da etwa die Bit Defender Box oder Avira SafeThings."

"Für Patienten, die sich am Geräusch des Bohrers stören, sind geräuschunterdrückende Kopfhörer mit ‚Noise Cancelling' eine gute Lösung. Aus hygienischen Gründen sollten das aber keine sogenannten In-Ear-Hörer sein, sondern Over-Ear-Geräte. Bei denen reicht die Hörschale ums Ohr herum. Weil während der Behandlung mit Spritzern zu rechnen ist, sollten die Hörer wasserdicht oder zumindest wasserabweisend sein. Achten Sie beim Kauf außerdem darauf, dass die Modelle bluetoothfähig sind, also über eine gesonderte Schnittstelle per Funk verfügen."


Geräuschunterdrückender Kopfhörer mit ‚Noise Cancelling‘ eines deutschen Anbieters als "Over-Ear"-Modell. Dabei reicht die Hörschale vollständig ums Ohr herum, ohne dass eine Lücke entsteht. | zm_mth

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