Fortbildung KFO

KFO-Therapie für parodontal erkrankte Patienten

Eine kieferorthopädische Therapie kann einen wertvollen Beitrag bei der Rehabilitation von Patienten mit Parodontitis-assoziierten Zahnfehlstellungen leisten. Voraussetzungen sind realistische Behandlungsziele, eine vorherige erfolgreiche Parodontitistherapie, die Auswahl geeigneter Patienten, die differenzierte biomechanische Planung und Umsetzung der kieferorthopädischen Therapie sowie die begleitende unterstützende Parodontitistherapie.

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Eric Kutschera

Gerade Patienten mit fortgeschrittener Parodontitis stellen sich häufig mit vertikalen parodontalen Defekten und pathologischen Zahnwanderungen vor. Ein interdisziplinäres Vorgehen ist erforderlich, um 

  • die parodontale Entzündung zu kontrollieren, 
  • die Defekte regenerativ parodontalchirurgisch zu beseitigen, 
  • die fehlstehenden Zähne kieferorthopädisch einzuordnen und zu stabilisieren 
  • das Therapieergebnis durch eine unterstützende Parodontitistherapie langfristig zu erhalten. 

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der präzisen Koordination der involvierten Behandler aus den Fachdisziplinen Parodontologie und Kieferorthopädie. Aus Sicht des Patienten ist darüber hinaus eine initiale Aufklärung über den zeitlichen und finanziellen Gesamtaufwand aller interdisziplinären Therapiemaßnahmen relevant.

Kieferorthopädische Befunde und Aufgaben

Mit dem krankheitsbedingten Verlust von Strukturen des Zahnhalteapparats als Folge einer Parodontitis ändern sich die biomechanischen Parameter der betroffenen Regionen derart, dass Zahnmigrationen entstehen können, wobei zumeist Elongationen und Lückenbildung beobachtet werden [Brunsvold, 2005; Martinez-Canut et al., 1997; Towfighi et al., 1997]. Diese Zahnstellungsänderungen sind somit ein makroskopisches Korrelat einer fortgeschrittenen Parodontitis und werden von den Patienten und deren Umfeld häufig als Symptom einer kompromittierten Gesundheit wahrgenommen (Abbildungen 1 und 2). Betroffene suchen zur Korrektur der Zahnstellung vielfach Hilfe in kieferorthopädischen Praxen und können von einer kombiniert parodontologisch-regenerativen und kieferorthopädischen Therapie profitieren (Abbildungen 3 und 4).

Abbildung 1: Ausschnitt Frontalansicht, PAR/KFO-Patientin Uniklinikum Bonn vor Therapie | Philipp Skora

Abbildung 2: Intraorale Frontalansicht, PAR/KFO-Patientin Uniklinikum Bonn vor Therapie | Eric Kutschera

Abbildung 3: Ausschnitt Frontalansicht, PAR/KFO-Patientin Uniklinikum Bonn nach regenerativer PAR-Therapie (Behandler: P. Skora, K. Jepsen) und konsekutiver KFO-Therapie (Behandler: E. Kutschera) | Eric Kutschera

Abbildung 4: Intraorale Frontalansicht, PAR/KFO-Patientin Uniklinikum Bonn nach regenerativer PAR-Therapie (Behandler: P. Skora, K. Jepsen) und konsekutiver KFO-Therapie (Behandler: E. Kutschera) | Eric Kutschera

Abhängig von Art und Ausmaß der Zahnstellungsänderungen entwickeln sich neben Interferenzen mit den Weichgeweben traumatische Okklusionen. Zudem kann sich die parodontalchirurgische Deckung zervikaler Wurzeloberflächenanteile einzelner, räumlich erheblich elongierter Zähne mit Weichgewebstransplantaten und regenerativen Materialien als problematisch erweisen.

Nach dem aktuellen Stand der Literatur und der eigenen klinischen Erfahrung sind Intrusionen und Angulationskorrekturen im Frontzahnbereich in ihrer Häufigkeit die dominierenden Behandlungsaufgaben. Komplexere Anforderungen ergeben sich bei Überlagerungen von Parodontitis-assoziierten Zahnmigrationen mit präexistenten skelettalen Dysgnathien und Zahnstellungsanomalien.

 

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