Oldenburger ZFA-Azubi-Tour

Hier wird der Nachwuchs auf Touren gebracht

In Oldenburg absolvieren angehende ZFA nicht „bloß“ ihre reguläre Ausbildung. Verschiedene Praxen, die sich in der Zahnärztlichen Genossenschaft Oldenburg (ZGO) zusammengeschlossen haben, organisieren gemeinsam freiwillige Fortbildungen für die Jung-ZFA. Der Kopf dahinter: Dr. Susanne Wagner.

Dr. med. dent. Susanne Wagner ist niedergelassen in eigener Praxis in Wardenburg, Landkreis Oldenburg, und seit 2011 Mitglied und Aufsichtsratsvorsitzende der ZGO Oldenburg. Dr. Wagner

Frau Dr. Wagner, warum schicken Sie die Azubis „auf Tour“? 

Dr. Susanne Wagner: Es geht darum, dass die Auszubildenden Themen kennenlernen, mit denen sie in ihren eigentlichen Praxen weniger in Berührung kommen. Schließlich haben Praxen oft eigene Schwerpunkte: KFO, MKG-Chirurgie, Endodontologie, ... Daher die Idee, ein Fortbildungsprogramm mit circa zwölf Veranstaltungen, zu denen sich die Auszubildenden der ZGO-Praxen anmelden können, zu etablieren. 2018 gab es die Azubi-Tour schon zum dritten Mal. Wir bereiten jetzt die Tour für das laufende Jahr vor, die am 1. April startet.

Mehr Spaß, mehr Motivation, mehr Kompetenz – Daumen hoch für die „Azubi-Tour“! ZFA-Auszubildende während der sterilen Assistenz in der Praxis von Dr. med. dent. Gerd-Uwe Hillers. | Dr. Hillers

Die Teilnahme ist freiwillig und meist außerhalb der normalen Arbeitszeiten. Man ist als Azubi dabei losgelöst vom Praxisalltag und hat im Idealfall mehr Spaß an der Ausbildung. Man wird sicherer in der Behandlung und bekommt mehr Motivation in der eigenen Praxis. Das nützt beiden Seiten. Außerdem lernen die Auszubildenden einfach mal andere Praxiskonzepte kennen. Die Tour bieten wir auch frisch ausgelernten ZFAs an, vorausgesetzt, es sind noch freie Plätze verfügbar. 

Dr. med. dent. Susanne Wagner mit ihrer Auszubildenden Ammelie Senß | Nordwest Zeitung - Patrick Buck

Die Organisation liegt zwar in meinen Händen, aber das Konzept kann nur funktionieren, wenn sich Kolleginnen und Kollegen der ZGO gemeinschaftlich in den Dienst der Sache stellen. Dafür bin ich sehr dankbar! Die Ausbildung wird natürlich weiterhin in den Praxen verantwortet und durchgeführt. Die Azubi-Tour kann unterstützen, Akzente setzen und auch ein bisschen Abwechslung in den Arbeitsalltag bringen.

Wie organisieren Sie die Tour und wie laufen die Veranstaltungen ab? 

Ich schreibe die Kollegen an, ob sie bereit sind, sich nach Praxisschluss zwei, drei Stunden Zeit für eine Fortbildungsveranstaltung zu nehmen. Die Azubi-Tour ist inzwischen bei den Mitgliedern unserer Genossenschaft bekannt, so dass ich nur noch Erinnerungsschreiben eine Woche vor Beginn zu verschicken brauche. Deshalb gibt es zum Glück wenig Ausfälle. Ich verschicke dabei an die Kollegen, die die Fortbildung veranstalten, auch gleich die Teilnehmerliste, umgekehrt schreiben mir diese Praxen, wer dabei war und wer nicht. Deshalb fehlen nur selten Azubis unentschuldigt. Die Kollegen berichten mir, wie es gelaufen ist, und bieten inzwischen auch von sich aus Kurse an. Die finden meist mittwoch- oder freitagnachmittags statt. Die Praxisinhaber, die die Kurse halten, geben jedem eine namentliche Teilnahmebescheinigung mit. Die ZGO stellt Snacks und Getränke; wir haben eine Pauschale pro Teilnehmer. 

Welche Themen werden behandelt und in welchem Umfang? 

Die angehende ZFA Michelle Schöll an einem Endomikroskop. Schöll ist Auszubildende im Endologikum des ZGO-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wenk Bösemeyer und lässt sich im Rahmen der „Azubi-Tour“ weiterbilden. | Dr. Wenk Bösemeyer

Beim Thema Digitale Fotografie können es auch mal dreieinhalb Stunden werden. Wenn es um Kommunikation mit Angstpatienten oder um Hypnose geht, sogar bis zu vier Stunden. Da sind auch praktische Übungen dabei. In kleinen Arbeitsgruppen werden Spezialthemen wie das Anlegen eines Kofferdams oder Gesichtsbogens, die Anfertigung von Provisorien oder auch Einstellungen beim Röntgen behandelt. Ich halte es für sinnvoll, sich für jeden Arbeitsschritt Zeit zu nehmen, gerade bei sonst selten vorkommenden Themen. Nicht zu vergessen: Alle teilnehmenden Zahnärzte profitieren davon, dass ihre Auszubildenden Aspekte vertiefen und sich neue Fähigkeiten erwerben können. 

Also eine Win-win-Situation für die Auszubildenden und für die Praxen, die mitmachen? 

Ja, klar. Neben der Ausbildung in der eigenen Praxis und der Berufsschule erwerben wir uns ein drittes Standbein damit, dass wir untereinander ausbilden. Denn um den Nachwuchs an Fachkräften zu sichern, müssen wir neue Wege gehen, auch um uns gegenüber anderen Ausbildungsberufen besser zu positionieren.

Das bietet die ZGO

Dr. Wenk Bösemeyer, 1. Vorstandsvorsitzender der ZGO | Privat

Die ZGO wurde im Dezember 2011 von 17 Zahnärzten gegründet. Inzwischen hat sie 64 Mitglieder, 38 Frauen und 26 Männer, in deren Praxen 192 Mitarbeiter beschäftigt sind, davon 57 Auszubildende. 1. Aufsichtsratsvorsitzende ist Dr. Susanne Wagner, Initiatorin der „Azubi-Tour“, 1. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Wenk Bösemeyer. Die Einkaufskonditionen bei Depots oder Online-Anbietern seien immer wieder Thema bei Stammtischen gewesen – deshalb stellte Bösemeyer im heimischen Oldenburg mit Kollegen eine eigene Genossenschaft auf die Beine. Vorbild war die „Genossenschaft Ostfriesischer Zahnärzte“. „Wir können inzwischen preislich teilweise sogar Online-Plattformen schlagen, und die Depots bieten uns immer noch den technischen Support und einen guten Service. Reiner Onlinehandel macht auf die Dauer auch die Depots vor Ort kaputt.“ Als Kooperationspartner setzte Bösemeyer von Anfang an auf regionale Unternehmen, auch wegen der kurzen Wege. Ein wichtiger Anreiz für die Mitglieder sei die sehr gute Verzinsung der Genossenschaftsanteile.

Als Mitglied der Genossenschaft könne man gutes Geld sparen, etwa indem gemeinsam Stellenanzeigen für Ausbildungsplätze geschaltet werden. Ein Beispiel von Wagner: „Eine zweispaltige Sammelanzeige, 13 Zentimeter hoch, hat rund 1.850 Euro gekostet. Da sich sieben Praxen beteiligt haben, waren das für jede Praxis nur 265 Euro.“

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