Dentists for Africa

1 Zahnarzt für 42.000

Uns – drei Studierende der Zahnmedizin – zieht es für einen Hilfseinsatz nach Kenia. Fast 50 Millionen Einwohner zählt das Land. Mit einem Zahnarzt auf 42.000 Menschen herrscht hier ein enormer Versorgungsmangel. Da viele Kenianer nicht krankenversichert sind, ist eine zahnmedizinische Behandlung oft ein riesiges finanzielles Problem.

Im Kindergarten St. Monica sind die Kids begeistert von uns. Laura Schlesinger, Sigrun Rittich

Nach einer Infoveranstaltung der Hilfsorganisation „Dentists for Africa“ war für meine Kommilitonen Andreas Pätzold, Max Carius und mich klar, dass wir die passende Organisation für unseren zahnmedizinischen Hilfseinsatz gefunden hatten. Nachdem wir Spenden, unsere Impfungen und Flüge organisiert hatten, starteten wir im September 2019, nach Abschluss des achten Semesters, unsere Reise nach Nyabondo, einem Bergdorf nahe des Viktoriasees.

Danke für die Unterstützung!

Wir bedanken uns bei unserer Zahnklinik Greifswald und beim Verein zur Förderung der Zahnerhaltung für die großzügige finanzielle Unterstützung unseres Hilfseinsatzes, sowie bei Familie Weidlin, bei der deutschen Ärzte Finanz, bei der Praxis Dr. Linford, bei Kulzer GmbH, Dürr Dental SE, BUSCH & CO. GmbH & Co. KG, Intensiv SA, SITEX Textile Dienstleistungen Simeonsbetriebe GmbH, Hager & Meisinger GmbH, OCO Präparate GmbH, Hu-Friedy Mfg. Co., LLC, ULTRADENT Dental-Medizinische Geräte GmbH & Co. KG, Septodont GmbH, frasaco GmbH, Komet Dental Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG

Cand. med. dent. Laura Schlesinger, Max Carius und Andreas Pätzold (Universität Greifswald, 10. Semester)

Das Krankenhausgelände des St. Joseph Hospitals, auf dem sich die Dental Unit befindet, wurde für die kommenden drei Wochen unser Zuhause. Hier trafen wir auf die deutschen Zahnärzte Rolf Austermann und Dr. Bernhard Maidusch sowie unsere vier kenianischen Kollegen – zwei Oral Health Officer, ein Zahntechniker und eine Schwester. Obwohl das Aufgabenfeld in Kenia nicht so klar definiert ist, wie wir es aus Deutschland gewohnt waren, entwickelte sich schnell ein eingespieltes Team. Bernhard Maiduschs langjährige Erfahrung mit ehrenamtlicher Tätigkeit im Ausland half uns hierbei enorm.

Täglich behandelten wir von acht Uhr morgens bis in den späten Nachmittag Patienten aus dem Umland. Manche von ihnen legten bis zu zwei Stunden Fußmarsch zu uns zurück. Damit sich die Dental Unit langfristig selbst trägt, müssen die Patienten trotz ihres geringen Einkommens für die Behandlung ein geringes Entgelt bezahlen.

Unser Einsatz wird mit Tanzeinlagen belohnt

Ein wichtiger Aspekt der Hilfseinsätze ist die Prävention. So besuchten wir eine Schule und einen Kindergarten, klärten dort über Mundhygiene auf und untersuchten über 300 neugierige und fröhliche Kinder. Deren zahnärztliche Behandlung wird mit einem staatlichen Präventionsprogramm gefördert und ist für sie daher kostenlos. Als Dankeschön gab es oft Lieder und Tänze.

Die medizinische Versorgung des kirchlich getragenen Krankenhauses in Nyabondo ist für afrikanische Verhältnisse gut. Dennoch erinnern die Infrastruktur, die hygienischen Bedingungen und die Ausstattung an eine Reise in die Vergangenheit. Stromausfälle gehören zum Behandlungsalltag, die sanitären Anlagen sind in schlechtem Zustand und die Geräte oft alt oder gar nicht mehr funktionsfähig. Weil es an Material fehlte, mussten wir häufig improvisieren.

Leider haben viele Kenianer aufgrund von Armut oder Unwissenheit keine Krankenversicherung, so dass medizinische Behandlungen nicht selten eine existenzielle finanzielle Hürde darstellen. Einer unserer Patienten stimmte der lebensnotwendigen stationären Behandlung erst zu, als Rolf Austermann zusicherte, die Kosten dafür zu übernehmen. Er selbst hätte sich den Eingriff nicht leisten können.

Wir besuchten in Nyabondo auch ein Heim für an Poliomyelitis erkrankte Kinder. Eine Krankheit, die dank Impfung in Deutschland längst überwunden und vergessen ist. Dieser extreme Gegensatz zu unseren gewohnten Lebensverhältnissen war für uns oft nur schwer zu ertragen.

Vom Patenkind zum Oral Health Officer

Zusätzlich zur zahnmedizinischen Versorgung engagiert sich Dentists for Africa in nachhaltiger Bildung. Patenschaften werden an bedürftige Kinder vergeben, denen ermöglicht wird, zur Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu absolvieren. Unser kenianischer Kollege Benard durchlief das Programm, jetzt arbeitet er selbst als Oral Health Officer und unterstützt die zahnmedizinische Versorgung in Nyabondo. Außerdem organisiert Dentists for Africa regelmäßige Fortbildungen für zahnmedizinisches Personal im Land.

Wie geht das mit der Zahnbürste? Mit unserer Arbeit investieren wir in die Prävention. | Laura Schlesinger, Sigrun Rittich

Unser Team wird vor Ort von zwei Oral Health Officern, einem Zahntechniker und einer Schwester ergänzt.  | Laura Schlesinger, Sigrun Rittich

Wenn der Strom fließt, kann die Behandlung losgehen. Von morgens bis nachmittags behandeln wir Patienten, die zum Teil von weit hergekommen sind. | Laura Schlesinger, Sigrun Rittich

Die Zeit in Kenia war für uns eine sehr erlebnisreiche und emotionale Reise, die uns oft zum Nachdenken angeregt hat und bis heute nachwirkt. Wir lernten ein wunderschönes Land mit herzlichen Menschen kennen und konnten gleichzeitig unser zahnmedizinisches Wissen festigen und neue Fähigkeiten erlernen. Für uns wird es nicht die letzte Reise dieser Art gewesen sein! Wir sind dankbar, dass wir mit unserem Studium der Zahnmedizin eine Tätigkeit erlernt haben, mit der wir Hilfe leisten können.

Cand. med. dent. Laura Schlesinger
Universität Greifswald, 10. Semester

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