Editorial

Eine Branche im Umbruch

Sascha Rudat, Chefredakteur Lopata/axentis

Die deutsche Dentalindustrie und den Handel hat die Corona-Pandemie wie viele andere Branchen auch vor nie gekannte Herausforderungen gestellt. Mit dem großen Rückgang bei den Patientenzahlen in den Zahnarztpraxen ging ein Einbruch beim Absatz von Zahnmedizintechnik einher. Logisch: Als viele Praxen auf Kurzarbeit umstellten und versuchten, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten, rutschte die Anschaffung neuer Technik ganz nach unten auf der Prioritätenliste. Auf der anderen Seite waren Schutzausrüstungen extrem nachgefragt. Branchenfremde Unternehmen drängten in den Markt. Zulieferer waren nicht lieferfähig, Lieferketten wurden unterbrochen. Auf den Exportmärkten, von denen viele deutsche Dentalunternehmen in nicht unerheblichem Maß abhängig sind, sah es vielerorts noch schlimmer aus. Hinzu kam, dass die Unternehmen selbst schauen mussten, wie sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen konnten. Kurzarbeit und Homeoffice wurden, wo es ging, zum großen Thema. Kurzum, es sah teilweise ziemlich düster aus.

Wer sich aktuell mit Branchenvertretern unterhält, hört aber inzwischen wieder verhaltenen Optimismus. Viele Praxen sind aktuell wieder beim Normalbetrieb angekommen, was auch den Bedarf nach Technik und Verbrauchsgütern wieder steigen lässt. Gleichzeitig versuchen viele Dentalunternehmen, die Krise mit ihren Verwerfungen als Chance zu nutzen und aus der Not eine Tugend zu machen. In einer Branche, die ohnehin schon sehr digital unterwegs war, hat man deshalb die Digitalisierung weiter vorangetrieben. Infrastrukturen und Abläufe wurden insbesondere im IT-Bereich überarbeitet. Über Online-Shops und Videokonferenzen versucht man, den Kontakt mit den Kunden zu halten und auszubauen. Kommunikation wurde da, wo sie persönlich nicht mehr oder nur schwer möglich war, auf digitale Kanäle verlegt. Hier zeigt sich an vielen Stellen die große Kreativität deutscher Unternehmen.

Laut Verband der Deutschen Dental-Industrie hat sich die Branche schnell umgestellt. Es findet ein großer Transformationsprozess statt, der längt noch nicht abgeschlossen ist. Wie immer in solchen umwälzenden Prozessen, die in kurzer Zeit ablaufen, wird es Gewinner und Verlierer geben. Das hängt unter anderem von den Produkten, der Unternehmensstruktur und den Märkten, die beliefert werden, sowie von der Finanzsituation des jeweiligen Unternehmens ab. In Ländern, die sich von der Hochphase der Pandemie wieder einigermaßen erholt haben, steigt die Nachfrage deutlich. Digitale Technik wird auch in den Praxen immer wichtiger.

Wie dieser Transformationsprozess weitergeht und wer möglicherweise auf der Strecke bleibt, ist an vielen Stellen noch völlig offen. Das wird natürlich in besonderem Maß davon abhängen, wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Daher schauen viele Unternehmen mit Sorge auf das aktuell wieder ansteigende Infektionsgeschehen in Deutschland und vielen anderen Ländern – aus zweierlei Gründen: zum einen mit Blick auf die Situation in den Zahnarztpraxen, aber natürlich ebenso auf ihre Produktionsstandorte, ihren Vertrieb sowie auf ihre Mitarbeiter.

Spannend wird auch, welche Rolle Dentalmessen – allen voran die IDS – künftig im Marktgefüge spielen werden. Auch hier wird nach neuen Formaten gesucht, um an diesem Umwandlungsprozess teilhaben zu können und ihn idealerweise mitzugestalten. Zum Redaktionsschluss sollte die IDS 2021 als Präsenzveranstaltung mit zahlreichen neuen Elementen stattfinden. Das wäre natürlich wünschenswert. Genauso wünschenswert ist, dass die Dentalbranche gestärkt aus dem Wandel hervorgeht. Dann wird sie auch gegen weitere Krisen, welcher Art auch immer, besser gewappnet sein.

Sascha Rudat
Chefredakteur

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