Tipps für den Praxisalltag

Migrantinnen sind ein Gewinn

Viele Praxen würden gerne ausbilden, aber Auszubildende sind rar. Dabei gibt es eine Gruppe, die durchaus Interesse hat: Auszubildende mit Migrationshintergrund – insbesondere Geflüchtete. Für sie hat der Beruf viele Chancen. Wichtig ist: Das Team muss mitziehen.

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Anfangs finden sich einfache Tätigkeiten, die lediglich ein gewisses Maß an Disziplin erfordern und die Bewerber sind oft motiviert. Später, wenn die fachlichen Kenntnisse und die Deutschkenntnisse gewachsen sind, bietet der Beruf der ZFA gute Chancen zur Weiterentwicklung. Aber wie reagieren das Team und die Patienten darauf? Fest steht: Wenn ein solches Projekt gut vorbereitet ist, stehen die Mitarbeitenden meist dahinter. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es gelingt, hoch.

So bereiten Sie das Team vor

Das sollten Sie im Team besprechen: 

  • Bewusstes Ausbilden hilft allen! Weil die Ausbildungsinhalte wiederholt werden, erhöhen sich der Wissensstand und auch der Zusammenhalt. 
  • Die bewusste Darstellung als Ausbildungspraxis vermittelt im Internet die hohe Qualifikation des Teams, wertet es auf und zieht Mitarbeitende und Patienten an. 
  • Es spricht sich herum, wer gut ausbildet. Migrantinnen sind oft gut vernetzt und bringen weitere geeignete Bewerberinnen.
  • ZFA sind oft Personen, die anderen Menschen helfen möchten. Durch eine gute Ausbildung ermöglichen sie zum Beispiel jungen Geflüchteten Hilfe zur Selbsthilfe und geben ihnen langfristig eine gute Perspektive. 
  • Viele geflüchtete Auszubildende schätzen diese Chance – und bemühen sich ihrerseits ihr Bestes zu geben. 

Manchmal – falls Vorbehalte bestehen – kann es sinnvoll sein, einzelnen Mitarbeitenden auch die gesellschaftlichen Vorteile aufzuzeigen, die durch eine zügige Integration entstehen. 

So unterstützen Sie Die Einarbeitung

Wenn die Akzeptanz im Team gegeben ist, geht es um den effektiven Ausbildungsablauf. Hier helfen Tandempartner und Mentorinnen. 

  • Tandempartner (ohne Lehr- oder Kontrollfunktion) unterstützen beim sozialen Ankommen im Team. Sie helfen bei Unsicherheiten in der neuen Umgebung (Wie „funktioniert“ die Weihnachtsfeier?). So wird das Risiko einer – auch versehentlichen – Ausgrenzung vermindert. Für Menschen aus Ländern mit einem sehr hierarchischen Medizinverständnis kann es schwierig sein, Fragen an Vorgesetzte zu stellen. Auch hier können Tandempartner helfen. 
  • Aus diesem Grund sind auch Mentorinnen, die die Ausbildung oder den Lernprozess kontrollieren, als direkte Ansprechpartner essenziell. Sie strukturieren die Ausbildung, lassen sich regelmäßig berichten und unterstützen fachlich. Fehlen sie, sind Fehler programmiert. 

Oft ist die Sprache anfangs ein Problem. Es hilft, wenn im Team auf ein „Das habe ich nicht verstanden!“ als Antwort freundlich erfolgt: „Okay, kein Problem, sag mir, was du verstanden hast!“ Auf der Basis kann dann weitererklärt und gezeigt werden. Das trainiert effektiv und verhindert, dass man sich aus Unsicherheit hinter einem Nichtverstehen versteckt.

Viele Teammitglieder wollen Auszubildende im Erwerb der neuen Sprache unterstützen und korrigieren dann (relativ wahllos) alle Fehler. Das kann sehr schnell mutlos machen. Hinsichtlich der Sprache hilft es, wenn die Fehler nicht direkt angesprochen, aber systematisch richtiggestellt werden. Am wirkungsvollsten gelingt das, wenn die betreffende Formulierung einfach im nächsten Satz richtig verwendet wird. 

So klappt der Umgang mit Patienten 

Patienten akzeptieren „fremde“ Auszubildende umso leichter, je positiver sich die Zahnärztin äußert, etwa: „Das ist unsere neue Auszubildende, Frau X. Wir sind sehr froh, dass sie unser Team jetzt unterstützt. Und es ist für unsere Praxis gut, jemanden zu haben, der auch Arabisch übersetzen kann.“ Das erhöht die Akzeptanz bei den Patienten und unterstützt die neue Mitarbeitende.

Die Sprachbarriere ist im Team meist deutlich herausfordernder als beim Patienten, denn die Auszubildenden werden anfangs nur selten mit Patienten allein sein. Es kann aber helfen, einige Standardformulierungen zu trainieren. Eine der wichtigsten, sinngemäß: „Pardon, das habe ich nicht genau verstanden, sagen Sie das bitte noch einmal der Zahnärztin!“ und zusätzlich eine entsprechende Formulierung zur Information der Behandelnden: „Herr X hatte mir eben noch etwas gesagt!“ Auf diese Weise wird sichergestellt, dass keine Informationen verloren gehen.

Natürlich ist eine Praxis kein primärer Ausbildungsbetrieb. Aber auch wenn die Ausbildung junger Migrantinnen einen gewissen anfänglichen Mehraufwand bedeutet, führt sie auf längere Sicht oft zu einem großen Gewinn für alle Beteiligten. 

Dr. Med. Dent. Anke Handrock
Praxiscoach, Lehrtrainerin für Hypnose
(DGZH), NLP, Positive Psychologie,
Coaching und Mediation,
Speakerin und Autorin
anke@handrock.de

Maike Baumann
Diplompsychologin, Psychotherapeutin und
Mediatorin, Coach, Autorin und Dozentin
info@tonart-coaching.de

Dr. med. dent. Anke Handrock, Praxiscoach, Lehrtrainerin für Hypnose

(DGZH), NLP, Positive Psychologie, Coaching und Mediation, Speakerin und Autorin.

Psychotherapeutin und Mediatorin, Coach, Autorin und Dozentin

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