Zahnärztetag Brandenburg

Im Mittelpunkt: das Praxisteam

Rund um „Natürliche Rekonstruktionen“ ging es auf dem Zahnärztetag der Kammer und KZV Brandenburg in Cottbus. Teamarbeit wurde groß geschrieben: Das Programm für die Fortbildung der Zahnärzte war inhaltlich dem der ZFA angepasst. Referenten traten mit demselben Thema vor Zahnärzten und Praxismitarbeiterinnen auf.

Über 1 500 Teilnehmer trafen sich im November 2005 zum 15-jährigen Jubiläum des brandenburgischen Zahnärztetages. In der Messe Cottbus ging es um das Thema „Natürliche Rekonstruktionen“. Trotz der Größe hat sich der Zahnärztetag sein ganz eigenes, fast familiäres und sehr kollegiales Flair erhalten können. Immer wieder gern nach Cottbus kommt auch der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, wie er in seiner Rede zur Eröffnung versicherte. Er lege zudem großen Wert auf das klare, schnelle und treffsichere Urteilsvermögen von Jürgen Herbert, der als brandenburgischer Kammerpräsident zugleich im Auftrag der Bundeszahnärztekammer an der Entwicklung der „eGesundheitskarte“ mitarbeitet. Einige Seitenhiebe zum Thema „Zahnersatz im Ausland anfertigen lassen mit Hilfe einer gesetzlichen Krankenkasse“ gab es während der Eröffnung sowohl von Jürgen Herbert als auch von Dr. Gerhard Bundschuh, Vorsitzender der KZVLB.

Als guten Einstieg in das Tagungsthema erwies sich der Festvortrag von Dr. Bernhard Saneke, Lufthansa-Pilot und niedergelassener Zahnarzt. Ausgehend vom Titel „Warum Flugzeuge abstürzen und Unternehmen versagen?“ verstand er es, von Unfällen und anderen Katastrophen zur Teamarbeit in der zahnärztlichen Praxis zu gelangen. Da war vom „Störfaktor“ Chef ebenso die Rede wie von der Frage, wie viele Praxismitarbeiterinnen sich eigentlich von ihrem Chef behandeln lassen. „Es geht darum, wie wichtig es ist, im Team zu arbeiten, anderen zuzuhören und sich mitzuteilen, sprich, den Faktor Mensch zu optimieren“, so der Festredner. Die praktische Umsetzung folgte auf dem Fuße. Da auch der wissenschaftliche Leiter auf die Teamarbeit schwört, stellte Tagungsleiter Prof. Dr. Klaus-Roland Jahn, Charité Berlin, das Programm für die Praxismitarbeiterinnen konsequent dem Tagungsthema entsprechend zusammen.Er selbst und zwei weitere Referenten des zahnärztlichen Programms traten vor den Praxismitarbeiterinnen auf.

Für den praktizierenden Zahnarzt bot das Tagungsthema einen breiten Querschnitt über aktuelle Tendenzen in der Füllungstherapie, insbesondere unter ästhetischen Aspekten. Jahn hatte dazu allein fünf Referenten gewonnen, die der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde (DGÄZ) angehören. Mit seinem einführenden Vortrag in das Thema gab er die Richtung vor, in die sich die Zahnmedizin in den nächsten Jahren entwickeln wird: Da es trotz zunehmend besserer Prävention immer wieder Karies, aber auch insuffiziente Füllungen geben werde, habe der Zahnarzt keine Arbeitslosigkeit zu befürchten. Mit den höheren Ansprüchen der Patienten an Ästhetik und Funktionalität wandelten sich jedoch die Aufgaben eines Zahnmediziners – und steige die Notwendigkeit für regelmäßige Fortbildung.

Die Teilnehmer des Zahnärztetages – aus den Bundesländern Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein, Thüringen, Sachsen und Schleswig-Holstein kommend – erhielten in insgesamt zehn Fachvorträgen einen aktuellen Überblick über Tendenzen in der Füllungstherapie, Studienergebnisse, aber auch reichlich praktisch umsetzbare Tipps für die Arbeit am Behandlungsstuhl sowie Diskussionsansätze, denen gegenwärtig in Wissenschaftskreisen nachgegangen wird.

Seit vielen Jahren hat es sich bewährt, parallel ein eigenes Programm für die Kieferorthopäden anzubieten. Diesmal kam zwar nur ein Referent zu Wort – dafür aber umso intensiver: Dr. Aladin Sabbagh, Erlangen, brachte das Thema „Erwachsenen-Kieferorthopädie“ fachlich und wissenschaftlich aufbereitet mit an die Spree. Während er im ersten Teil auf die Besonderheiten dieser Therapieform einging, Möglichkeiten und Grenzen aufzeigte, erläuterte er im zweiten Teil ausführlich die zur Verfügung stehenden Techniken der Bisskorrektur.

Jana ZadowLandeszahnärztekammer BrandenburgParzellenstr. 9403046 Cottbus

 

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