Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

als Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts das digitale Zeitalter seine erste Euphorie erlebte, wähnten sich die Gewerkschaften auf dem Weg in eine goldene Ära. Massive Arbeitszeitreduzierungen, Entlastung für nahezu alle Wirtschafts- und Dienstleistungsbereiche schienen greifbar nah.

Mehr als 25 Jahre später mag sich kaum einer undifferenziert freuen, wenn es um Zeit- und Produktionsgewinne durch EDV geht. Die Menschheit ruht sich eben nicht auf ihren Lorbeeren aus, um einmal Erreichtes zu genießen. Heute steckt unsere Gesellschaft nach EDV-bedingter Globalisierung mit allen Errungenschaften mehr denn je in einem Arbeitsalltag, der verdichtet wie nie zuvor seinen Tribut verlangt.

In der Medizin vollzieht Fortschritt ohnehin eine Nonstop-Entwicklung. Sie wirkt sich zwar wohltuend auf Gesundheit und Lebensalter aus, kostet aber Geld und Service. Versuche, hier eine wie auch immer geartete Bremse einzuziehen, wirken ähnlich abstrus wie die Reaktion der Gewerkschaften auf die Anfänge des digitalen Zeitalters.

Inzwischen zeichnet sich ab, dass auch Stellschrauben wie die der Ökonomisierung nur begrenzte Wirkung zeigen: Die Hoffnung auf eine bessere Versorgung durch private Betreiber – zum Beispiel im Krankenhauswesen – ist über den Punkt des puren Optimismus längst hinweg. Ein Marburger Bund beurteilt die Situation im stationären Bereich alles andere als euphorisch – ganz zu schweigen von hilflosen Experimenten, menschliche Hinwendung vermehrt Maschinen zu überlassen. Es ist nun mal so: Wer im Krankenhaus liegt, mag kein vom Roboter serviertes Abendessen.

Trotzdem bleibt es beim Trend zur Rationalisierung, wohin das kritische Auge auch blickt. Stein des Anstoßes bleibt dabei der Mensch: Er ist im gesellschaftlichen Geschehen der teuerste Faktor.

Was wir Fachjournalisten im Gesundheitswesen beobachten, hat auch in unserem Handwerk sein Pendant: Verlagswesen und Journalismus suchen händeringend nach neuen Möglichkeiten, ihrer Aufgabe im digitalen Zeitalter nutzeradäquat zu gestalten. Dabei haben die technischen Möglichkeiten die Schere zwischen Kosten und Qualität bis zum Zerbrechen geöffnet.

Die zm haben die Herausforderung angenommen. Wir bauen an einem umfassend neuen Online-Auftritt: Crossmedial, aktuell, servicegerecht, sachlich und analytisch auf der Höhe muss die Redaktion sein, wenn sie Partner des Zahnmediziners bleiben will.

Die Weichen sind gestellt. Ab September sind wir mit einer ganz neuen digitalisierten Plattform für Sie da. „zm-online“ hat das Ziel, von dem, was technisch geht, das einzusetzen, was nützt. Wir freuen uns auf diese neue Form fachlich orientierten Miteinanders mit unseren „Nutzern“.

Mit freundlichem Gruß

Egbert Maibach-Nagel

zm-Chefredakteur

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