Intraligamentäre Anästhesie

Injektionssysteme sind normiert

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Die intraligamentäre Anästhesie ist ein in der Zahnheilkunde immer häufiger angewendetes Anästhesieverfahren. Der Erfolg der intraligamentären Anästhesie hängt vor allem von geeigneten Instrumenten ab. Jetzt ist die Normierung der hebelfreien Ampullenspritze für intraligamentäre Injektionen erfolgt.

Die Zusammenführung von praktischer zahnmedizinischer Erfahrung und ingenieurtechnischer Präzision hat Instrumente geschaffen, die das Verfahren der intraligamentären Anästhesie optimieren. So erlauben Dosierradspritzen eine präzise Feinstmengendosierung und die optimale Druck- und Zeitkontrolle. Um die Anwendung der intra- ligamentären Anästhesie zu fördern, wurde diese Norm vom Arbeitsausschuss „Dentalmedizinische Instrumente“ im Normenausschuss Dental (NADENT) im DIN (Deutsches Institut für Normung e. V.) ausgearbeitet (DIN 13989:2013-10).

Einige Begriffe wurden präzisiert, so zum Beispiel „Dosierrad“ und „Injektionsdruck“. Das Dosierrad ist ein Teil des Spritzensystems, mit dem der Anwender kontrollierbar Kraft auf die Zahnkolbenstange überträgt. Um den natürlichen Gewebewiderstand des Parodonts (Desmodont) bei der Injektion des Anästhetikums ins parodontale Ligament zu überwinden, muss das Injektionssystem die Möglichkeit geben, einen an die individuellen anatomischen Gegebenheiten des Patienten angepassten Injektionsdruck aufzubauen und das Anästhetikum mit geringem Druck langsam zu applizieren.

Das Spritzensystem muss so gestaltet sein, dass intraligamentäre Injektionen an allen Zähnen, auch an weit distal liegenden Injektionspunkten, durchgeführt werden können. Am Ende der intraligamentäre Injektion, vor dem Herausnehmen der Kanüle aus dem Parodont, muss der Injektionsdruck abgebaut werden können, um einem Austreten des Anästhetikums in den Patientenmund vorzubeugen.

Für die intraligamentäre Anästhesie darf das Dosierradspritzensystem nur zusammen mit Kanülen verwendet werden, deren Außendurchmesser maximal 0,3 mm beträgt. Der Spritzenkörper muss das Beladen mit einer Zylinderampulle, die DIN EN ISO 11499 entspricht, ermöglichen, das heißt, es müssen handelsübliche Anästhetikum-Zylinderampullen bis maximal 1,8 ml verwendet werden können.

Das Lokalanästhetikum muss tropfenweise abgegeben werden können. Die Lokalanästhesikum-Abgabe muss mit einem Volumen von 0,1 ml über eine Zeitspanne von mindestens zehn Sekunden kontinuierlich tropfenweise erfolgen.

Diese sehr langsame Applikation des Anästhetikums stellt sicher, dass das zahnumgebende Gewebe die Möglichkeit hat, das angediente Anästhetikum zu resorbieren, so dass es nicht zu einer Depotbildung im Desmodont kommt. Um die Anforderungen der Norm DIN 13989:2013 zu erfüllen, muss die normkonforme Dosierradspritze autoklavierbar sein und eine Prüfung in kochendem Wasser bestehen.

Die Gebrauchsanweisung muss mindestens folgende Informationen enthalten:

• Name und vollständige Anschrift des Herstellers

• genaue Bezeichnung des Produkts

• Angaben zur Anwendung des Produkts (Zweckbestimmung)

• Vorgehensweise zur Kombination mit anderen Produkten (Kanüle, Anästhetikum)

• Angaben zur Aufbereitung und Sterilisation des Spritzensystems

Für die praktische Anwendung der intra-ligamentären Anästhesie in der täglichen Praxis ist die genormte Dosierradspritze eine sichere Basis.

Dr. Werner BetzPoliklinik für Zahnerhaltungskunde,ZZMK (Carolinum)Theodor-Stern-Kai 7,60596 Frankfurt am Mainw.betz@em.uni-frankfurt.de

Lothar TaubenheimAm Thieleshof 24,40699 ErkrathLT.Lothar.Taubenheim@t-online.de

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