"Transaktionsmonitor Gesundheitswesen"

Im Fokus der Investoren: Zahnarzt-Ketten, Pflegeheime und Radiologische Zentren

Die Beratungsgesellschaft PwC zieht in ihrem "Transaktionsmonitor Gesundheitswesen" Bilanz für 2018: Demnach war das Interesse von Private-Equity-Investoren am deutschen Dentalmarkt besonders stark.

"Wachsende und durch ein hohes Steueraufkommen gestützte Gesundheitsausgaben in Deutschland, fragmentierte Wettbewerbslandschaften mit weiterem Konsolidierungspotenzial und das anhaltend günstige Finanzierungs-umfeld treiben Investitionen im deutschen Gesundheitswesen", heißt es im jetzt veröffentlichten "Transaktionsmonitor Gesundheitswesen" der Beratungsgesellschaft PwC.

Ungebrochen ist dem Bericht zufolge insbesondere das große Interesse von Private-Equity-Investoren an Altenpflegeeinrichtungen sowie niedergelassenen und ambulanten Leistungserbringern - vor allem im Bereich der Zahnmedizin.

Anstieg der Z-MVZ in Investorenhand um 79 Prozent

So ist von September 2017 bis September 2018 die Zahl von vertragszahnärztlichen MVZ in der Hand von Private-Equity-Investoren um 79 Prozent gestiegen. Im Rahmen der wohl bedeutendsten Transaktion im deutschen Dentalmarkt erwarb dabei Nordic Capital "Zahnstation" und "DPH Dental Partner Holding" sowie "Dental Clinics" in den Niederlanden und "Adent Cliniques Dentaires" in der Schweiz zum Aufbau einer führenden europäischen Zahnklinik-Plattform. Darüber hinaus konnten auch die Finanzinvestoren Altor Equity Partners und Investcorp weitere dentalmedizinische Buy-and-Build-lattformen aufbauen.

In der achten Ausgabe beschreibt der „Transaktionsmonitor“ das Transaktionsumfeld im deutschen Gesundheitswesen in 2018 - aufgeteilt nach den vier Subsektoren „Krankenhäuser und Fachkliniken“, „Rehabilitationseinrichtungen“, „Pflegeeinrichtungen“ sowie „ambulante Leistungserbringer.“

Doch auch radiologische Leistungserbringer ziehen weiterhin ein großes Investoreninteresse auf sich: Neben der strategisch bedeutenden Übernahme der "Med 360° Gruppe" durch Philips treiben gerade Finanzinvestoren die Marktkonsolidierung voran, wie zuletzt der Einstieg von Triton bei der "Deutschen Radiologie Holding" und der Verkauf der "Radiologie Holding GmbH" zeigten.

Pflegeheime und Dentalketten bleiben begehrt

Ähnlich dynamisch wie im Bereich der ambulanten Versorgung entwickelt sich der Transaktionsmarkt in der Pflege. Nach dem Kauf von "Alloheim" durch Nordic Capital für 1,1 Milliarden Euro setzt der deutsche Marktführer seinen Konsolidierungskurs auch unter dem neuen Eigentümer unverändert fort, wie die Übernahmen der "CMS-Gruppe" mit 22 Seniorenresidenzen und der "Itertalklinik Seniorenzentrum" mit sechs Pflegeeinrichtungen verdeutlichen. 

Weniger dynamisch zeigt sich der Transaktionsmarkt dagegen im stationären Sektor: Ver­einzelte Käufe und Übernahmen von Krankenhäusern und Fachkliniken ergaben sich laut Transaktionsmonitor vor allem durch strategische Zusammenschlüsse und vereinzelte in­solvenzgetriebene Trägerwechsel, wie etwa die Übernahme der insolventen Paracelsus-Klinikkette durch den Schweizer Finanzinvestor Porterhouse.

Ähnlich sieht es im Bereich der Rehabilitationseinrichtungen aus - auch hier konnte nur ein vergleichsweise geringes Transaktionsvolumen im Vergleich zu den Vorjahren erzielt werden. Die größte Transak­ti­on im vergangenen Jahr war demnach die Übertragung von 38 Rehaeinrichtungen von Fresenius Helios auf Fresenius Vamed. Obwohl diese konzerninterne Neuordnung des Reha-Geschäfts vorerst keine Veränderungen des Marktumfeldes nach sich zieht, zeichnet sich laut Transaktionsmonitor eine zunehmende Konzentration von Fresenius Helios auf das Akut-Klinikgeschäft ab, während Fresenius Vamed sein Profil als gesamtheitlicher Anbieter in der Post-Akutversorgung stärkt.

Welche Veränderungen wird das TSVG bringen?

Beschränkungen für Beteiligungen im ambulanten Bereich durch nicht-ärztliche Investoren ergeben sich durch das Terminservice-und Versorgungsgesetz (TSVG), das am 1. Mai in Kraft tritt. Investoren können danach weiterhin MVZ über ein zu erwerbendes Plankrankenhaus errichten. Die Gründung eines zahnärztlichen MVZ ist für ein zugelassenes Krankenhaus jedoch nur zulässig, sofern sein MVZ-Anteil an der vertragszahnärztlichen Versorgung in dem jeweiligen vertragszahnärztlichen Planungsbereich eine bestimmte Quote nicht überschreitet. Im Transaktionsmonitor heißt es dazu: "Es wird in den kommenden Monaten spannend zu beobachten sein, wie das Gesetz in der Praxis ausgelegt wird und sich auf die Attraktivität von Investments im ambulanten Bereich auswirkt."

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