40. Internationale Dental Schau (IDS) in Köln

Update Periimplantitis – Prävention und Therapie

Heftarchiv Zahnmedizin
Periimplantäre Mukositis und Periimplantitis zählen zu den häufigen Komplikationen bei Implantatpatienten. Praktisch jede Praxis hat mit diesen Krankheitsbildern zu tun – unabhängig davon, ob sie im engeren Sinn implantologisch oder implantatprothetisch engagiert ist oder ob sie schlicht eine konsequente Prophylaxe betreibt. Allen bietet die IDS 2023 vom 14. bis zum 18. März ein Update auf den Stand der Technik und ein Schaufenster für aktuelle Innovationen.

Die Zahlen sprechen für sich: 43 Prozent aller Implantat­patientinnen und -patienten leiden an Mukositis und 22 Prozent an Periimplantitis [Solderer und Schmidlin, 2020]. Es steht außer Frage, dass jede Praxis heute über wirkungsvolle präventive und therapeutische Optionen gegen diese Erkrankungen verfügen muss. Grundsätzlich gilt dafür: Da der primäre Faktor für die Entstehung periimplantärer Entzündungen in der Anlagerung von Biofilm begründet liegt, richten sich die Ansätze der Periimplantitistherapie auf eine Dekontamination der Implantatoberflächen.

Falldefinitionen für die periimplantäre Mukositis und die Periimplantitis mit den jeweiligen diagnostischen Kriterien sind seit 2018 in der Klassifikation periimplantärer Erkrankungen vereinbart worden. Als maßgebliche Kriterien bei der Diagnostik werden die Blutung auf leichte periimplantäre Sondierung (BOP) und die An- oder Abwesenheit von Knochenabbau angesehen.

Wie erfolgt die Dekontamination von Implantatoberflächen?

Zur Instrumentierung werden bei periimplantären Erkrankungen Handküretten aus Kunststoff, Karbon oder Titan eingesetzt. Alternativ oder zusätzlich zu Handküretten kommen unter anderem Ultraschallsysteme zum Einsatz. Auch hier wird auf eine schonende Bearbeitung der Oberflächen geachtet, indem beispielsweise Kunststoff-ummantelte Ansätze verwendet werden. Als weitere Optionen zur Dekontamination stehen bestimmte Lasertypen und Pulver-Wasserstrahl-Geräte zur Verfügung.

Für die Rekonstruktion periimplantärer Knochendefekte steht eine Vielzahl bewährter Knochenersatzmaterialien zur Verfügung, die auf der IDS gezeigt werden. Klinisch erprobt wird aktuell die Verwendung von Eigenblutkonzentraten (PRF — Platelet Rich Fibrin). Für die Herstellung dieser Konzentrate werden Zentrifugensysteme angeboten.

Zu den weiteren Therapieansätzen, die sich in klinischer Erprobung befinden, zählen die Applikation von kaltem Plasma zur Desinfektion und das sogenannte Galvosurgeverfahren: „Das Prinzip beruht auf einer leichten, ans Zahn­implantat angelegten elektrischen Spannung und dem Besprühen des Implantats mit einer Reinigungsflüssigkeit. Das führt zu einer Bildung von Ionen, die wiederum den Biofilm penetrieren. Dabei bilden sich Bläschen aus atomarem Wasserstoff. Diese Bläschen heben den Biofilm samt Stoffwechselprodukten von der Implantatoberfläche ab, drücken ihn gewissermaßen von dort nach außen weg – und entfernen ihn so vollständig. Der Biofilm wird hierbei nicht mechanisch von außen abgetragen, die Oberfläche des Implantats so nicht beschädigt. [...] Das Reinigungssystem schafft Implantatoberflächen, die wieder von Knochen und Weichgewebe besiedelt werden können“ [Schlee et al., 2021].

Alles auf der IDS

Mit der zunehmenden Prävalenz periimplantärer Mukositis und Periimplantitis entwickelt sich auch ein breiter und differenzierter Markt rund um die Produkte für Prophylaxe und Therapie dieser Erkrankungen. Alle Möglichkeiten zur erfolgreichen Periimplantitisprophylaxe und -therapie mit heute bereits einsatzfähigen bewährten und innovativen Verfahren erlebt der Besucher der 40. IDS 2023 im März in Köln.

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