80 Prozent der Deutschen sind wegen Klimawandel besorgt
54 Prozent der Befragten fordern demnach mehr staatliche Ausgaben für den Klimaschutz und 56 Prozent wünschen sich weitere Maßnahmen in der Energie-, Verkehrs- und Wärmewende.
Die Zustimmung dazu geht allerdings leicht zurück, vor allem aus Furcht vor persönlichen finanziellen Folgen (53 Prozent). 39 Prozent der Bevölkerung fürchten vor dem Hintergrund der aktuellen Klimapolitik gesamtwirtschaftliche Wohlstandsverluste.
Staatliche Unterstützung gefordert
Die Mehrheit (79 Prozent) hält den Umstieg privater Haushalte auf klimafreundliche Technologien ohne staatliche Unterstützung nicht für machbar. 41 Prozent derjenigen, für die ein klimaneutrales Heizsystem wie eine Wärmepumpe nicht infrage kommt, geben finanzielle Gründe als Hindernis an. Bei der energetischen Gebäudesanierung sind es 52 Prozent. Weitere 26 Prozent sehen keine Möglichkeit, sich in Zukunft umweltfreundlicher fortzubewegen.
Die Befragung ergab auch, dass es bei der Vermittlung der Klimapolitik hapert. So erklären 56 Prozent der Bevölkerung, die Energiewende-Politik sei tendenziell unverständlich, 63 Prozent empfinden sie als bürgerfern. Das Vertrauen in die Klimapolitik der Bundesregierung ist dementsprechend gering. 55 Prozent geben an, ihnen fehle das Vertrauen, dass die Bundesregierung bei der Gestaltung des nachhaltigen Wandels im Interesse der Allgemeinheit handele.
Dies zeigt sich beispielhaft beim Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität: Rund 85 Prozent der Bevölkerung fühlen sich schlecht informiert. Menschen, die sich nicht ausreichend informiert fühlen oder der Bundesregierung wenig Vertrauen entgegenbringen, bewerten die politischen Ziele des Sondervermögens kritischer.
Im Juni und Juli war es laut EU-Klimabeobachtungsprogramm Copernicus in Westeuropa so heiß wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Bislang sind in diesem Jahr in Deutschland 12.500 Menschen wegen der Hitze gestorben, wie der aktuelle Bericht des Robert Koch-Instituts zur hitzebedingten Mortalität zeigt. Allein 9.600 Todesfälle gehen auf die heiße Woche Ende Juni mit Extrem-Temperaturen von teils über 40 Grad zurück.
Durchgeführt wird die Erhebung von forsa im forsa.omninet Panel. Als Grundgesamtheit der Studie gilt die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 18 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. Für die Onlineerhebung wurden zwischen dem 23. März und 13. April 6.566 Personen befragt.


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