Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit

Ärzte kritisieren Vorgaben von Politik und Selbstverwaltung

pr
Die wirtschaftliche Stimmung bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ist im zweiten Quartal 2023 schlecht. Vor allem Vorgaben aus Politik und Selbstverwaltung erschweren ihnen den Praxisalltag, wie eine neue Umfrage zeigt.

Laut dem neuen Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit – ehemals Medizinklimaindex – ist der Aufwärtstrend vom letzten Quartal gestoppt: Im zweiten Quartal sank die Stimmung der Ärzte um 3,3 Punkte auf einen Wert von -31,3. Die Stimmung liegt damit weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau.

Sowohl die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage (minus 4,2 Punkte zum vorherigen Quartal) als auch die Erwartung für die kommenden sechs Monate (minus 2,6 Punkte) verschlechterten sich demnach. Der Rückgang der Stimmung ist laut Barometer in allen ärztlichen Fachgruppen zu beobachten. Das betrifft am stärksten die Hausärzte (minus 5,5 Punkte), am geringsten die Psychologischen Psychotherapeuten (minus 1,3 Punkte). Die Stimmung der Psychologischen Psychotherapeuten ist weiterhin deutlich besser als die der Ärzte. Der Saldo der wirtschaftlichen Lage bei den Zahnärzten liegt im Vergleich zum ersten Quartal bei minus 36,4 Prozent.

Gefragt nach den Ursachen für die gesunkene Stimmungsentwicklung zeigte sich, dass vor allem politische Entscheidungen, gesetzliche Regelungen und Vorgaben der Selbstverwaltung die Stimmung drücken. Mit 72 Prozent schlugen sich diese besonders negativ nieder. Auf Platz zwei der Negativbereiche standen die Digitalisierung (47,6 Prozent), gefolgt von den Auswirkungen aktueller Ereignisse (47,2 Prozent). Auch die angespannte Personalsituation wurde als wichtiger Punkt genannt (42,9 Prozent).

Die meisten erwarten eine ungünstigere Entwicklung

Gefragt nach ihren wirtschaftlichen Aussichten für die kommenden sechs Monate erwarten die Ärzte insgesamt eine ungünstigere Entwicklung: Für die Hausärzte zu 62,6 Prozent, für die Fachärzte zu 59,0 Prozent und für die Zahnärzte zu 53,9 Prozent. Lediglich die Psychologischen Psychotherapeuten stehen besser da: 21,1 Prozent von ihnen sehen die Erwartung als ungünstiger an.

Sowohl der ifo-Geschäftsklimaindex als auch der Stimmungsindex der Ärzte haben sich laut Stimmungsbarometer im 2. Quartal 2023 negativ entwickelt: Der Geschäftsklimaindex sank dabei stärker (Rückgang um 4,7 Punkte) als der Index der Ärzteschaft (Rückgang um 1,6 Punkte). Insgesamt betrachtet sei die wirtschaftliche Stimmung bei den niedergelassenen Ärzten weiterhin schlechter als in den Branchen des ifo-Index, so das Barometer.

Das Stimmungsbarometer ist eine repräsentative Erhebung mittels Online-Fragebogen. Die Erhebung erfolgte vom 5. bis 12. Juni 2023 unter 870 Teilnehmenden.

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