Ärztezahl auf dem Höchststand
Seit dem Jahr 2002 erhöhte sich die Zahl um 15,8 Prozent. Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery, sieht darin aber keinen Widerspruch zu den Warnungen vor einem Ärztemangel. "Der Arzt an sich arbeitet weniger Stunden als früher", sagte Montgomery in München. Außerdem sei vor allem bei den Hausärzten ein großer Teil kurz vor dem Ruhestand.
Untersuchungen der Bundesärztekammer hätten gezeigt, dass die Zahl der Arbeitsstunden, die die einzelnen Ärzte leisten, in letzter Zeit deutlich gesunken ist, erklärte Montgomery. In Kliniken werde weit strenger als früher auf die Einhaltung von Arbeitszeitregeln geachtet. Auch in Praxen werde immer öfter nicht wesentlich mehr als 40 Stunden gearbeitet, das gelte vor allem für angestellte Mediziner.
Mangel an Ärzten bei gleichzeitig mehr Medizinern
Zudem gebe es immer mehr Frauen im Arztberuf, für die es wichtig sei, auch Zeit für ihre Familie zu haben. "So erklärt sich das für uns auch auf den ersten Blick komische Paradoxon, dass es immer mehr Ärzte gibt und gleichzeitig auch mehr Ärztemangel", erklärte Montgomery.
Ein Problem sieht der Ärztepräsident im immer höheren Anteil älterer Mediziner, vor allem bei den Hausärzten. Von den berufstätigen Allgemeinmedizinern sind nach der Statistik der Bundesärztekammer 29,7 Prozent 60 Jahre alt und älter. Im Durchschnitt aller berufstätigen Ärzte liegt der Anteil der Über-60-Jährigen bei 15,4 Prozent.