Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

Snacks, Quetschies und Fingerfood

Baby-Nahrung in den USA ist meist ultraverarbeitet

ck
Gesellschaft
Fast drei Viertel der in US-amerikanischen Supermärkten erhältlichen Babynahrung sind ultraverarbeitete Lebensmittel (UPF). Zusatzstoffe sind die am häufigsten vorkommende Zutat in den Produkten.

Forscher des George Institute for Global Health analysierten die Daten zu 651 Baby-Fertigprodukten, die in den zehn größten US-amerikanischen Supermarktketten verkauft werden. Die Babynahrung wurden anhand des etablierten NOVA-Klassifizierungssystems bewertet.

Zusatzstoffe waren die am häufigsten verwendete Zutat in Babynahrung: Sie fanden sich in 71 Prozent aller Produkte. Geschmacksverstärker (36 Prozent), Verdickungsmittel (29 Prozent), Emulgatoren (19 Prozent) und Farbstoffe (19 Prozent) waren die am häufigsten verwendeten Zusatzstoffgruppen. Insgesamt wurden über 105 verschiedene Zusatzstoffe identifiziert.

„Es mehren sich die Hinweise darauf, dass bestimmte Zusatzstoffe gesundheitsschädlich sein können. Da Emulgatoren, Verdickungsmittel und Stabilisatoren möglicherweise die Darmfunktion beeinträchtigen und synthetische Farbstoffe das Verhalten von Kindern beeinflussen können, ist der hohe Einsatz kosmetischer Zusatzstoffe in US-amerikanischer Babynahrung besonders besorgniserregend.“

Erstautorin Prof. Dr. Elizabeth Dunford von der Universität North Carolina

Die UPF-Produkte enthielten doppelt so viel Zucker wie vergleichbare Produkte ohne UPF (14,0 g gegenüber 7,3 g pro 100 g), zugesetzter Zucker wurde ausschließlich in ultraverarbeiteten Produkten gefunden. Der Unterschied im Zuckergehalt war bei Snacks und Fingerfood am größten: Ultraverarbeitete Produkte enthielten 2,5-mal so viel Zucker wie vergleichbare Produkte ohne UPF (14,4 g gegenüber 5,6 g pro 100 g).

Der Absatz von Quetschies ist seit 2010 um fast 900 Prozent gestiegen!

Der Natriumgehalt war bei UPFs ebenfalls durchgehend höher als bei Nicht-UPFs (70 mg vs. 41 mg auf 100 g). UPFs wiesen zudem typischerweise eine höhere Kaloriendichte auf, was unter anderem auf die Verwendung von zugesetztem Zucker sowie raffinierten Zutaten zurückzuführen ist. Nahezu alle verpackten Snackprodukte (94 Prozent) waren hochverarbeitet, dicht gefolgt von Großpackungen (86 Prozent) und Quetschbeuteln (73 Prozent). Da US-Verbraucher zunehmend zu praktischen Baby- und Kleinkindnahrungen tendieren, ist der Absatz von Quetschbeuteln den Forschenden zufolge seit 2010 um fast 900 Prozent gestiegen.

„Das Regal mit Babynahrung wird zunehmend von hochverarbeiteten Produkten dominiert, bei denen Bequemlichkeit Vorrang vor Nährwert hat. Quetschbeutel und Snacks mögen zwar praktisch erscheinen, sind aber oft die am stärksten verarbeiteten und ungesündesten Optionen“, bilanzieren die Autoren.

Die Trump-Administration hat kürzlich aktualisierte Ernährungsrichtlinien für Amerikaner veröffentlicht, die erstmals Empfehlungen zum Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel sowie den Rat zur Begrenzung von zugesetztem Zucker und raffinierten Kohlenhydraten enthalten.

Dunford, E.K.; Pries, A.; Calvo, M.S.; Coyle, D.H. Tiny Tummies, Big Questions: Unpacking Ultra-Processed Ingredients and Additives in Complementary Foods in the United States. Nutrients 2026, 18, 584. doi.org/10.3390/nu18040584

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.