Bayern bietet ÖGD-Dienstleistungen jetzt online an
„Mit dem neuen Portal bringen wir wichtige Leistungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes direkt auf das Smartphone oder den Computer der Menschen. Das spart Zeit, reduziert Bürokratie, erleichtert die Kommunikation und sorgt für mehr Effizienz sowohl für die Menschen als auch für die Gesundheitsämter“, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) anlässlich der Vorstellung des neuen Portals am 23. März in München.
Ihr Ziel sei ein moderner, digitaler Öffentlicher Gesundheitsdienst, in dem Bürger, Organisationen und Unternehmen über das Portal unter anderem Termine vereinbaren, Anträge einreichen, Dokumente hochladen, Bescheide abrufen oder Rückfragen stellen können – „unabhängig von Öffnungszeiten und ohne unnötige Wege“, sagte die Ministerin.
Zum Start stehen sechs digitale Dienstleistungen zur Verfügung
Die Gesundheitsleistungen beinhalten unter anderem die Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt bei übertragbaren Erkrankungen, die Terminvereinbarung sowie die Übermittlung von Unterlagen vor der Schuleingangsuntersuchung. Auch amtsärztliche Begutachtungen, etwa für Behörden oder Arbeitgeber, sowie Meldungen im Bereich der Medizinalaufsicht, bei der es beispielsweise um die gesetzlich vorgeschriebene Anzeigepflicht bestimmter Gesundheitsberufe geht, können über das Portal abgewickelt werden.
Bis Ende 2027 sollen alle Gesunheitsämter angeschlossen sein
Das Portal gesundheitsamt.bayern ist ein gemeinsames Angebot des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention und des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Es steht allen 76 bayerischen Gesundheitsämtern zur Verfügung und wird seit 11. März schrittweise in den Gesundheitsämtern eingeführt.
Online sind bereits Leistungen der Gesundheitsämter Augsburg Land, Deggendorf und Hof. Weitere sieben Gesundheitsämter sind angeschlossen und werden nach Abschluss interner Tests sukzessive online gehen (Mühldorf, Traunstein, Roth-Schwabach, Rhön-Grabfeld, Lichtenfels, Erding, Berchtesgadener Land). Bis Ende 2027 sollen alle übrigen Gesundheitsämter folgen.
Gerlach betonte : „Gesundheitsdaten gehören zu den sensibelsten Informationen. Deshalb wurde bei der Entwicklung des Portals von Anfang an großer Wert auf höchste Datenschutz- und Sicherheitsstandards gelegt.“ In den Gesundheitsämtern liegen die online eingereichten Formulare in einer einheitlichen und datenschutzkonformen IT-Umgebung vor. Das sorge für effizientere Abläufe und schaffe mehr Übersicht.
Die Open-Source-Lösung ist über Bayern hinaus nutzbar
Die Anwendung „gesundheitsamt.bayern – Mein digitales Gesundheitsamt“ wurde als Open-Source-Software entwickelt. Dadurch können künftig auch andere Bundesländer die Lösung nutzen und von den Erfahrungen in Bayern profitieren. Das Projekt wurde im Rahmen des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst von der Europäischen Union – NextGenerationEU gefördert.



