Lars Bonitz übernimmt Professur für Digitale Zahnmedizin
Bonitz beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit den Möglichkeiten digitaler Workflows in Medizin und Zahnmedizin. Er initiierte unter anderem den Studiengang „Computational Medical Engineering“ in Witten/Herdecke — eines der wenigen Brückenprogramme zwischen Medizin, Zahnmedizin und Ingenieurwissenschaften in Deutschland.
Wie können Zahnaärztinnen und Zahnärzte in Zukunft mit künstlicher Intelligenz arbeiten – und was bedeutet das für Diagnostik, Lehre und Alltag in der Zahnmedizin? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Dr. Lars Bonitz.
Derzeit entwickelt er einen postgraduierten Zertifikatsstudiengang zu Künstlicher Intelligenz für Mediziner und Zahnärzte, der in der Weiterbildungslandschaft eine Lücke schließen soll.
„Beide Programme spiegeln eine klinische Realität, in der KI-gestützte Bildanalyse, digitale Planung und datenbasierte Entscheidungsunterstützung längst operativer Alltag geworden sind“ sagt Bonitz. Seine Berufung mache „akademisch sichtbar, was klinisch und wissenschaftlich längst im Gang ist: eine tiefgreifende Veränderung dessen, wie wir Diagnosen stellen, Eingriffe planen, Studierende ausbilden und Versorgungsstrukturen denken“.
Digitalisierung ist keine „Hilfsdisziplin“ mehr
Bonitz ist seit 2001 an der Klinik für MKG-Chirurgie, Klinikum Dortmund gGmbH, einem Haus der Maximalversorgung, tätig – aktuell als stellvertretender Klinikdirektor und Leitender Oberarzt.
„Digitalisierung, Simulation und Künstliche Intelligenz sind längst keine Hilfsdisziplinen der Medizin und Zahnmedizin mehr — sie sind zu ihrem strukturellen Kern geworden. Wer morgen eine Klinik führen, ein Curriculum gestalten oder eine Versorgungsstrategie entwickeln will, muss diese Werkzeuge nicht nur kennen, sondern beherrschen und kritisch einordnen können“, sagt er.
Das MRT für die Zahnmedizin neu erfunden
Bonitz ist auch eingebunden in die Entwicklung und klinische Einführung des sogenannten „dental-dedicated MRI“ (ddMRI), einer speziell für die Zahnmedizin entwickelten MRT-Bildgebung. Hier arbeitet er im Team der Klinik für MKG-Chirurgie unter Leitung des Klinikdirektors Prof. Dr. Dr. Haßfeld gemeinsam mit dem Hersteller Siemens Healthineers an der klinischen Implementierung neuer Untersuchungssequenzen und Technologien.
Ziele sind eine höhere Auflösung des MRT im dentalen Bereich und angepasste Protokolle. Die strahlenfreie Alternative zum Röntgen erweitert bereits heute die zahnmedizinische Bildgebung und verbessert die Diagnostik. Das Klinikum Dortmund gehört zu den weltweit ersten Standorten, an denen dieses Gerät klinisch eingesetzt wird.
Das Projekt zeige, „dass Innovationsführerschaft in der Zahnmedizin nicht mehr allein aus der Klinik oder der Grundlagenforschung kommen muss — sie entsteht an der Nahtstelle zwischen klinischer Expertise, ingenieurwissenschaftlichem Know-how und industriellem Entwicklungspartner."



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