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Sommerempfang der hessischen Heilberufe

Bündnis der Heilberufe wirbt für gutes Miteinander

ao
Politik
Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Heilberufen trafen sich am vergangenen Mittwoch auf dem Neroberg in Wiesbaden zum Sommerempfang der hessischen Heilberufe.

Das Bündnis „Heilen & Helfen“ wurde 2007 von den hessischen Körperschaften der Heilberufe ins Leben gerufen. Zu den Mitgliedern gehören auch die Landeszahnärztekammer Hessen und die KZV Hessen.

Dr. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer, eröffnete den Abend und hob das Bündnismotto „Heilen und Helfen“ als Versprechen hervor, das die Heilberufe in Hessen verbindet. Einen besonderen Dank richtete er an die Hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz für eine stets vertrauensvolle und verlässliche Gesprächskultur. 

Die Offenheit, die ihr seit Beginn ihrer Amtszeit seitens der hessischen Heilberufe entgegengebracht werde, erwidere sie gerne, sagte Stolz. Hessen zeichne sich in der Gesundheitspolitik durch eine neue Debattenkultur aus, die man mit allen Partnern gemeinsam etabliert habe und die bundesweit Beachtung finde.

Stolz will Pläne, die die Versorgung verschlechtern, nicht mittragen

Die Ministerin hob die Bedeutung der Bundesländer im föderalen System hervor: Vorschläge aus dem Bund, die die Versorgung verschlechterten, werde man nicht mittragen. Nicht nur, aber gerade auch in herausfordernden Zeiten komme es darauf an, alle Betroffenen an einen Tisch zu bringen. Nur dann könnten Reformen und Prozesse erfolgreich sein.

Im Bereich der Digitalisierung gehe Hessen mit erfolgreichen Modellprojekten im Gesundheitswesen voran. KI berge große Potenziale für die medizinische Versorgung. Auch in diesem Bereich wolle Hessen mit Projekten vorangehen. Dennoch werde Medizin für Menschen gemacht – deshalb bleibe bei allem Fortschritt die Menschlichkeit das zentrale Element.

Werner: Heilberufe sollten KI aktiv mitgestalten

Der HNO-Arzt, Klinikmanager und Autor Prof. Jochen A. Werner skizzierte in seinem Impulsvortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Medizin: Was Maschinen leisten können – und was menschlich bleiben muss“ die rasanten Entwicklungen in Diagnostik und Versorgungsprozessen durch Fortschritte in der Digitalisierung.

Die Potenziale von KI in der Medizin seien in Deutschland noch lange nicht ausgeschöpft. Anbieter KI-gestützter Anwendungen seien bisher häufig privatwirtschaftliche Akteure. Besonders im Bereich der Prävention bestehe daher die Gefahr, dass die Heilberufe an Bedeutung verlieren.

Dabei sei Menschlichkeit der Kern heilberuflichen Handelns. Digitale Technologien und im Besonderen KI könnten helfen, den Menschen wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Das gelte sowohl für Patienten als auch für Beschäftigte. Werner rief die Heilberufe deshalb dazu auf, KI aktiv mitzugestalten. 

Als Zukunftsaufgabe der Heilberufler und Heilberuflerinnen postulierte Werner, die Patientinnen und Patienten bei der Nutzung von KI-Assistenten zu unterstützen. Es gehe darum, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu erhöhen. Medizinerinnen und Mediziner werden dabei zu Gesundheitslotsen auf dem Lebensweg ihrer Patienten.

Insofern werde KI dazu beitragen, wieder mehr miteinander zu kommunizieren und somit eine ärztliche Kernaufgabe zu stärken. „Die Medizin der Zukunft wird von KI unterstützt und von Menschen getragen“, lautete seine Prognose. 

Auch Seiz lobt den konstruktiven Austausch

Landeszahnärztekammerpräsidentin Dr. Doris Seiz sprach das Schlusswort. Empathie und Miteinander-Reden seien auch die Kernanliegen des hessischen Heilberufebündnisses. Auch sie hob noch einmal den konstruktiven Austausch der hessischen Politik mit den Heilberufen lobend hervor, der auch durch Gelegenheiten wie dem alljährlichen Sommerempfang des hessischen Bündnisses lebendig gehalten werde.

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