„Das Maximum der Ambitionen ist hoffentlich noch nicht erreicht“
Ab 2027 sollen an neuen Hochschulen in Großbritannien jährlich 50 Zahnärztinnen und Zahnärzte mehr ausgebildet werden, hat die Regierung des Landes vor Kurzem angekündigt. Aus Sicht der British Dental Association (BDA) zeugt dieser Plan von einer „krassen Realitätsferne“ zur tatsächlichen Situation der zahnmedizinischen Ausbildung an den Hochschulen.
Ein Viertel weniger Lehrkräfte seit 2024
So sei die Zahl der klinischen Lehrkräfte („clinical teachers“) an den zahnmedizinischen Hochschulen im Vereinigten Königreich seit 2024 um 25 Prozent zurückgegangen, schreibt die BDA in einem offenen Brief an das Bildungsministerium sowie das Ministerium für Gesundheit und Soziales. Bei den Professorinnen und Professoren seien es 17,6 Prozent, bei Dozentinnen und Dozenten („lecturers“) 13,3 Prozent. „Darüber hinaus ist mittlerweile mehr als ein Viertel der klinischen Lehrkräfte über 55 Jahre alt, was auf das Risiko für Lücken in leitenden Positionen steigen lässt“, mahnt die BDA.
Umfragen aus dem Jahr 2025 verdeutlichten zudem, dass die Lehrkräfte „am Rande einer Kapazitätskrise“ stünden. 90 Prozent der Befragten hätten sich besorgt oder äußerst besorgt über ihre derzeitige Arbeitsbelastung geäußert, berichtet der BDA.
Ohne weitere Investitionen lassen sich Versprechen nicht einhalten
Die Steigerung der Zahnarztzahlen hängt aus Sicht der Berufsorganisation eng mit der Unterstützung für das akademische Personal zusammen. „Ohne echte Anstrengungen zur Umkehrung des exponentiellen Rückgangs bei den Lehrkräften kann das Versprechen, den Zugang zu zahnärztlicher Versorgung im NHS zu verbessern, nicht eingehalten werden“, so die BDA.
Die Regierung habe die finale Personalplanung im Zusammenhang mit der Anhebung der Studienplatzzahl zwar noch nicht vorgelegt, räumt die Organisation ein, man hoffe aber, „dass 50 zusätzliche, im Vereinigten Königreich ausgebildete Zahnärzte nicht das Maximum der Ambitionen der Regierung in diesem Bereich darstellen“.


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