Das würde eine 20-prozentige Zuckersteuer in Australien bewirken
Ziel der Studie war es, die potenziellen Folgen einer 20-prozentigen Steuer auf zuckergesüßte Getränke für die Belastung durch Mundkrankheiten in Australien abzuschätzen. Die Forschenden verwendeten ein proportionales Mehrzustands-Lebensdauermodell auf der Grundlage der erwachsenen Bevölkerung Australiens im Jahr 2019, um zwei Szenarien zu vergleichen: eines ohne Steuer und ein anderes mit einer Steuer von 20 Prozent auf zuckerhaltige Getränke.
31 nicht-oralmedizinische Erkrankungen plus Zahnkaries, Parodontitis und Zahnlosigkeit
Sie erweiterten eine frühere Version des Modells, indem sie neben 31 nicht-oralmedizinischen Erkrankungen auch Zahnkaries, Parodontitis und Zahnlosigkeit einbezogen, um konkurrierende Gesundheitsrisiken zu berücksichtigen. Alters- und geschlechtsspezifische Schätzungen zu Inzidenz, Prävalenz und behinderungsbereinigten Lebensjahren wurden der Studie „Global Burden of Disease 2019“ entnommen.
Die Wissenschaftler schätzen, dass die Steuer über einen Zeitraum von 25 Jahren landesweit 3,7 Millionen Fälle von Zahnkaries, 191.000 Fälle von Parodontitis und 115.000 Fälle von vollständigem Zahnverlust verhindern könnte. Da die Ergebnisse auf Modellrechnungen basieren, stellen die Zahlen eher prognostizierte Vorteile dar als beobachtete Rückgänge bei Zahnerkrankungen.
3,7 Millionen Fälle Karies, 191.000 Fälle Parodontitis und 115.000 Fälle Zahnverlust weniger
Im Einzelnen: Eine 20-prozentige Steuer auf zuckergesüßte Getränke würde der australischen Bevölkerung im Jahr 2019 voraussichtlich 511.000 (95 Prozent-Konfidenzintervall: 425.000 bis 602.000) zusätzliche gesundheitsbereinigte Lebensjahre (HALYs) einbringen, wovon etwa 24 Prozent auf Mundkrankheiten zurückzuführen sind.
Insgesamt könnten 3,7 Millionen (95 Prozent-Konfidenzintervall: 2,3.000 bis 5,2.000) Kariesfälle und 191.000 (95 Prozent-Konfidenzintervall: 147.000 bis 237.000) Parodontitisfälle vermieden werden. Die Zahl der Fälle von Zahnlosigkeit durch Karies würde um 76.000 (95 Prozent-Konfidenzintervall: 48.000 bis 106.000) und die Zahl der Fälle von Zahnlosigkeit durch Parodontitis um 39.000 (95 Prozent-Konfidenzintervall: 30.000 bis 48.000) sinken. Die HALY-Werte reagieren empfindlich auf den Grad des mit Karies und Parodontitis verbundenen Lebensqualitätsverlusts.
Mundkrankheiten betreffen weltweit etwa 3,5 Milliarden Menschen. In Australien leiden fast 32 Prozent der Menschen ab 15 Jahren an unbehandelter Karies.
„Die Studie schätzt außerdem, dass eine Zuckersteuer von 20 Prozent der australischen Bevölkerung im Jahr 2019 im Laufe ihres Lebens etwa eine halbe Million gesundheitsbereinigter Lebensjahre einbringen würde, sowohl durch Verbesserungen der Zahngesundheit als auch durch die Verringerung gewichtsbedingter Krankheiten", berichtet Prof. Lennert Veerman von der Griffith School of Medicine and Dentistry.
„Mit einer Zuckersteuer von 20 Prozent könnten 3,7 Millionen Fälle von Karies, 191.000 Fälle von Zahnfleischerkrankungen und 115.000 Fälle von vollständigem Zahnverlust verhindert werden.“
Prof. Lennert Veerman von der Griffith School of Medicine and Dentistry
„Der Großteil der Debatte, die wir rund um Zuckersteuern beobachtet haben, konzentrierte sich in erster Linie auf Adipositas und Diabetes“, sagte Hauptautorin Mishel Shahid, außerordentliche wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Griffith University, gegenüber ABC News. „Natürlich behaupten wir nicht, dass eine Zuckersteuer alle zahnmedizinischen Probleme lösen würde, aber sie hat definitiv einen großen Einfluss“, fügte Shahid hinzu.
Männer hätten den größten Nutzen
Die Autorinnen und Autoren prognostizieren, dass Männer den größten gesundheitlichen Nutzen aus einer Zuckersteuer ziehen würden, da sie derzeit mehr zuckerhaltige Getränke konsumieren und bereits im Normalfall häufiger an bestimmten Mundkrankheiten leiden.
„Die potenziellen Vorteile einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke reichen weit über die Reduzierung von Fettleibigkeit und Diabetes hinaus“, ergänzt Prof. Marco Peres von SingHealth Duke-NUS in Singapur. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine solche Politik auch eine erhebliche Belastung durch Mundkrankheiten in der australischen Bevölkerung verhindern könnte."
Wichtig sei, dass eine Zuckersteuer eine Maßnahme auf Bevölkerungsebene darstellt: „Sie beruht nicht allein darauf, dass Einzelpersonen ihr Verhalten ändern, sondern trägt dazu bei, ein Umfeld zu schaffen, in dem gesündere Entscheidungen leichter fallen. Dies ist besonders wichtig, wenn wir mit Präventionsstrategien die gesamte Bevölkerung erreichen und gesundheitliche Ungleichheiten verringern wollen“,
Shahid M, Veerman JL, Singh A, Glazer Peres K, Tadakamadla SK, Johnson N, et al. Impact of a sugar-sweetened beverage tax on dental caries, periodontitis and edentulism in Australia: a modelling study. BMJ Public Health. 2026;4:e002110. https://doi.org/10.1136/bmjph-2024-002110


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