Deutsches Vergiftungsregister geht an den Start
Ziel des Registers ist es, Vergiftungsgefahren systematisch zu erfassen, Trends sichtbar zu machen und dadurch Leben zu retten. Die Daten können unter anderem dafür genutzt werden, um Verbraucherinnen und Verbraucher besser über gesundheitliche Risiken zu informieren und so Vergiftungen zu vermeiden. Beispiele dafür sind häufig vorkommende Unfälle bei Kindern, etwa durch Verschlucken von Reinigungsmitteln oder giftigen Pflanzen. Trotz hoher Fallzahlen fehlte bislang eine umfassende, einheitliche Datenquelle.
Das DVR umfasst eine zentrale Datenbank, in der die Vergiftungsmeldungen aus den sieben Giftinformationszentren (GIZ), den Unfallversicherungsträgern und die ärztlichen Mitteilungen zusammenfließen. Derzeit werden dem BfR etwa 8.000 Vergiftungsfälle pro Jahr gemeldet, vorwiegend von Unfallversicherungsträgern. In den GIZ werden jährlich etwa 200.000 Fälle mit Relevanz für das DVR erfasst.
Häufungen bestimmter Vergiftungen sollen so frühzeitig erkannt werden
Im Register werden Informationen über Art des Stoffes, Expositionsweg (zum Beispiel Aufnahme durch Verschlucken oder Einatmen), Schweregrad der Vergiftung, medizinische Maßnahmen und weitere relevante Faktoren erfasst. Die Datenerhebung erfolgt nach klaren gesetzlichen Vorgaben.
Durch die Etablierung eines standardisierten Meldesystems in Zusammenarbeit mit den GIZ wird gewährleistet, dass bundesweit vergleichbare und wissenschaftlich belastbare Informationen für Auswertungen zur Verfügung stehen.
So soll das BfR Häufungen bestimmter Vergiftungen frühzeitiger erkennen, schnellere Bewertungen von Gesundheitsgefahren vornehmen und zielgerichtete Empfehlungen herausgeben und die Forschung zu toxikologischen Risiken unterstützen können. Perspektivisch entsteht mit dem DVR die Grundlage für ein bundesweites Vergiftungs-Frühwarnsystem.



