KZBV-Chef Dr. Wolfgang Eßer fordert Koalition zum Handeln auf

"Die neue PAR-Therapie für alle GKV-Versicherten muss erhalten bleiben!"

von ck
PolitikParodontologie
Der aktuelle Entwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) sieht vor, dass nur Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung Anspruch auf die neue PAR-Therapie haben. Das sei ein "Frontalangriff auf eine präventionsorientierte Patientenversorgung", rügte der KZBV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Eßer.

 „Es ist grundsätzlich gut, dass die Koalition den Handlungsbedarf ebenfalls erkannt hat und die fatalen Folgen der Budgetierung auf die neue präventionsorientierte Parodontitis-Versorgung bestätigt", kommentierte der Vorsitzende des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Wolfgang Eßer die jetzt bekannt gewordenen Änderungsanträge zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG).

ein von allen begrüßter Meilenstein wird wieder einkassiert

Mit den vorgesehenen Änderungen solle jetzt allerdings ausschließlich Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung der Zugang zu einer präventionsorientierten Parodontitis-Versorgung weiterhin ermöglicht werden. "Damit springt die Koalition absolut zu kurz", rügte Eßer.

Denn, so Eßer, rund 30 Millionen Patienten, die an der Volkskrankheit Parodontitis leiden, würde so faktisch ein Leistungsanspruch vorenthalten, der erst im Vorjahr in den GKV-Leistungskatalog aufgenommen und von allen Beteiligten als ein Meilenstein für die Mund- und Allgemeingesundheit begrüßt wurde.

Ein Frontalangriff auf präventionsorientierte Versorgung

"Das, was uns die Politik hier präsentiert, ist nichts anderes als ein politisches Feigenblatt, mit dem die massiven Leistungskürzungen für den Rest der Versicherten kaschiert werden soll", kritisierte er. "Dieser Frontalangriff auf eine präventionsorientierte Patientenversorgung ist verantwortungslos!“,

Er appellierte daher an die Abgeordneten der Ampelkoalition: „Eine moderne, präventionsorientierte Parodontitis-Therapie sollte allen GKV-Versicherten ermöglicht werden. Die vorgesehene Evaluierung der Auswirkungen der strikten Budgetierung auf die Parodontitis-Versorgung ist zynisch und beispiellos!"

Trial and error auf dem Rücken der Patienten

‚Trial and error‘ auf dem Rücken der Patienten sei der falsche Weg. "Umgekehrt wird ein Schuh draus: Sein Versprechen zu halten, eine Parodontitis-Behandlung für alle zu ermöglichen und dann zu evaluieren - das wäre verantwortungsvoll.“

Eine Vielzahl aktueller Studien belege die gravierenden Folgen einer Parodontitis für die Mund- und Allgemeingesundheit. So stehe Parodontitis im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes und stelle zugleich ein Risiko für Schwangere, demenziell erkrankte Patienten sowie für schwere Verläufe bei Infektionen mit dem Coronavirus dar.

Weitere Informationen zum GKV-FinStG finden Siehttps://www.kzbv.de/gkv-finanzstabilisierungsgesetz.1625.de.html - external-link-new-window.

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