Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

US-Studie zur Integration der Mundgesundheit

Die pränatale Vorsorge informiert Schwangere über den Zahnarzttermin

Schwangere gehen öfter zum Zahnarzt, wenn man sie dort draüber informiert, wo sie ohnehin medizinisch angebunden sind: bei ihren Vorsorgeterminen. Andrii-stock-adobe.com
nl
Zahnmedizin
  •  
In New York wurden Zahnarzttermine direkt bei der pränatalen Vorsorge vereinbart. Dadurch erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass die Patientinnen in ihrer Schwangerschaft auch zum Zahnarzt gingen.

Gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen werden in der Schwangerschaft regelmäßig durchgeführt. Doch wie sieht es mit der Mundgesundheit aus? Eine Schwangerschaft kann das Risiko für bestimmte orale Erkrankungen, darunter Gingivitis, erhöhen. Regelmäßige zahnärztliche Versorgung ist daher während der Schwangerschaft deshalb besonders wichtig. Zudem werden Zusammenhänge zwischen der Mundgesundheit der Mutter und dem Verlauf der Schwangerschaft beziehungsweise bestimmten Schwangerschaftskomplikationen diskutiert.

Die direkte Terminvereinbarung erhöht die Inanspruchnahme

Das Mundgesundheitsprogramm der New York University/Bellevue belegt, dass die direkte Vereinbarung eines Zahnarzttermins während der Schwangerschaftsvorsorge die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, dass Schwangere später tatsächlich eine zahnärztliche Behandlung in Anspruch nehmen.

Die Studie von Forschenden der New York University zeigt den Nutzen einer besseren Koordination zwischen verschiedenen Gesundheitsberufen und einer stärkeren Integration der Mundgesundheit in die Schwangerschaftsvorsorge, insbesondere bei vulnerablen Patientengruppen.

Marginalisierte Gruppen, darunter Menschen mit niedrigem Einkommen und Medicaid-Versicherte, weisen bekanntermaßen häufiger orale Erkrankungen auf. Gleichzeitig nehmen Medicaid-versicherte Schwangere deutlich seltener professionelle Zahnreinigungen in Anspruch als privatversicherte Schwangere.

Um diese Versorgungslücke zu schließen, arbeiteten Forschende des NYU College of Dentistry mit dem benachbarten Bellevue Hospital zusammen. Gemeinsam entwickelten sie das New York University/Bellevue Prenatal Oral Health Program.

Im Rahmen wöchentlicher Sprechstunden in der Pränatalambulanz des Bellevue Hospital erhalten Schwangere ein standardisiertes Screening zur Beurteilung ihrer Mundgesundheit. Patientinnen mit zahnmedizinischem Behandlungsbedarf werden zur weiteren Versorgung an das NYU College of Dentistry überwiesen. Zudem werden sie über die Bedeutung und Sicherheit zahnärztlicher Behandlung während der Schwangerschaft aufgeklärt und darüber informiert, dass Medicaid in New York zahnmedizinische Leistungen übernimmt.

Zwischen 2018 und 2020 wurden 420 Medicaid-versicherte Schwangere zur weiteren zahnmedizinischen Versorgung an NYU Dentistry überwiesen. Die Mehrheit der Patientinnen war hispanischer Herkunft, etwa die Hälfte sprach Spanisch als Erstsprache.

Die Überweisung zur zahnmedizinischen Versorgung erfolgte auf zwei Arten: Entweder wurde noch vor dem Verlassen der Pränatalambulanz unmittelbar ein Zahnarzttermin vereinbart oder die Patientinnen wurden durch einen sogenannten Patient Navigator begleitet. Dieser zweisprachige Ansprechpartner informierte die Patientinnen über die Mundgesundheit, erinnerte sie an bevorstehende Zahnarzttermine und kontaktierte sie anschließend erneut, um mögliche Probleme oder Hindernisse zu erfassen.

Die Wahrscheinlichkeit eines Zahnarztbesuchs war 2,6-mal höher

Knapp 44 Prozent der an das NYU College of Dentistry überwiesenen Patientinnen nahmen anschließend tatsächlich einen Zahnarzttermin wahr. Besonders deutlich war der Effekt bei direkt vereinbarten Terminen: bei Schwangeren, deren Zahnarzttermin bereits während des Vorsorgetermins vereinbart worden war, war die Wahrscheinlichkeit eines späteren Zahnarztbesuches 2,6-mal höher als Patientinnen ohne unmittelbar vereinbarten Termin. Damit war die Wahrscheinlichkeit sogar höher als bei den Patientinnen, die von einem Patient Navigator betreut wurden.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sich ein Mundgesundheits-Screening in eine Pränatalambulanz integrieren lässt und dazu beitragen kann, mehr Schwangere für zahnmedizinische Versorgung zu erreichen.

Die Forschenden setzen ihre Untersuchungen fort, um zu klären, ob diese Versorgung auch tatsächlich zu einer Verbesserung der Mundgesundheit führt. Zudem wollen sie besser verstehen, wie sich zahnmedizinische Screenings auch in anderen Versorgungsstrukturen erfolgreich in die Schwangerschaftsvorsorge integrieren lassen.

Russell SL, Huang SS, Bird CE, et al. Strategies to Improve Dental Care Utilization During Pregnancy for Vulnerable Urban Women: The New York University/Bellevue Oral Health Program Experience. Am J Public Health. 2026 Aug 13:e1-e5. doi: 10.2105/AJPH.2026.308613. Epub ahead of print. PMID: 42594315.

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.

Zum Seitenanfang springen