Daten und Fakten aus England

Wie hoch sind die Effekte der Trinkwasserfluoridierung?

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Zahnmedizin
Die Fluoridierung von Leitungswasser hat positive Effekte auf die Mundgesundheit in England. Auch wenn diese sehr gering sind, haben sie in den letzten Jahren zu Kosteneinsparungen geführt.

Bestehende Trinkwasserfluoridierungsprogramme in England bringen dem staatlichen Gesundheitsdienst (NHS) nach wie vor geringfügige finanzielle Einsparungen. Eine aktuelle Studie, die den Effekt von Trinkwasserfluoridierung auf die Mundgesundheit sowie die Kosten von zahnärztlichen Behandlungen untersuchte, lässt aber Zweifel daran aufkommen, ob dies auch bei neuen Programmen der Fall sein wird.

Rund sechs Millionen Menschen in England leben in Gebieten, die mit fluoridiertem Trinkwasser versorgt werden, darunter auch die Gebiete in Birmingham und Newcastle. Wasser, das genügend Fluorid enthält, um Karies zu verhindern, wird als „optimal fluoridiert“ bezeichnet. Eine groß angelegte, retrospektive Kohortenstudie bezog nun Daten von 6,4 Millionen Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren in ganz England ein, die zahnärztliche Grundversorgungsdienste des NHS in Anspruch genommen haben. Es fand ein Abgleich von Gruppen statt, die in Landesteilen mit optimal fluoridiertem beziehungsweise und nicht fluoridiertem Wasser leben. Es wurden die Anzahl zahnärztlicher Behandlungen und DMFT-Werte verglichen, ebenso wie die entstandenen Behandlungskosten.

Weniger invasive zahnärztliche Behandlungen durch fluoridiertes Wasser

Bei den Personen, die in der Studie optimal fluoridiertes Wasser erhielten, ging die Zahl der invasiven zahnärztlichen Behandlungen wie Füllungen und Extraktionen durch den NHS um drei Prozent und die Zahl der kariösen, fehlenden und gefüllten Zähne um zwei Prozent zurück, verglichen mit der nicht optimal fluoridierten Kohorte über einen Zeitraum von zehn Jahren. Das Forschungsteam fand keine zwingenden Beweise dafür, dass die Wasserfluoridierung soziale Ungleichheiten bei der Zahngesundheit verringert, und die Anzahl fehlender Zähne war in beiden Kohorten gleich hoch.

Die meisten Untersuchungen über die Vorteile der Wasserfluoridierung wurden durchgeführt, bevor Fluorid in den 1970er Jahren Zahnpasten zugesetzt wurde, und bezogen sich häufig nur auf Kinder. Dabei zeigte sich, dass die Wasserfluoridierung einen großen Einfluss auf die Zahngesundheit hatte - die Kariesrate wurde zu damaligen Zeiten fast halbiert. Neue Forschungsarbeiten waren erforderlich, um die Vorteile für die Zahngesundheit bei Erwachsenen zu untersuchen, die Zugang zu Fluorid in Zahnpasten haben.

Die Trinkwasserfluoridierung sparte 16,9 Millionen Britische Pfund

Über den untersuchten Zeitraum von zehn Jahren kostete eine optimale Wasserfluoridierung 10,30 Pfund pro Person. Die NHS-Behandlungskosten waren um 22,26 Pfund pro Person (5,5 Prozent) niedriger, und die Patienten zahlten 7,64 Pfund (2 Prozent) weniger an zahnärztlichen Gebühren. Der öffentliche Sektor konnte zwischen 2010 und 2020 durch die Trinkwasserfluoridierung schätzungsweise 16,9 Millionen Pfund einsparen. Die Ergebnisse spiegeln die kürzlich veröffentlichte prospektive NIHR-Kohortenstudie CATFISH im Vereinigten Königreich wider, die einen geringeren gesundheitlichen Nutzen der Wasserfluoridierung bei Kindern ergab als erwartet.

"Die Patienten, die eine optimale Wasserfluoridierung erhielten, hatten nur sehr geringe positive gesundheitliche Auswirkungen. Da die Kosten für die zahnärztliche Versorgung durch den staatlichen Gesundheitsdienst jedoch viel höher sind als die Kosten für die Wasserfluoridierung, führte die relativ geringe beobachtete Verringerung der Zahnarztbesuche dennoch zu einer positiven Rendite für den öffentlichen Sektor“, bewertet Moore die Ergebnisse.

Moore D, Nyakutsikwa B, Allen T, Lam E, Birch S, Tickle M, Pretty IA, Walsh T. How effective and cost-effective is water fluoridation for adults and adolescents? The LOTUS 10-year retrospective cohort study. Community Dent Oral Epidemiol. 2024 Jan 8. doi: 10.1111/cdoe.12930. Epub ahead of print. PMID: 38191778.

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