„Ein Innovator der Zahnmedizin“
Noch vor 15 Jahren sei es eine Todsünde in der Zahnmedizin gewesen, kleine Herde von Karies unter einer Füllung zurückzulassen, um den Zahnnerv zu schonen. Heute werde diese Methode an fast allen Universitäten in Deutschland als Lehrkonzept akzeptiert. Karies unter der Füllung – Schwendicke hat über ein Jahrzehnt an diesem Thema gearbeitet und der IADR zufolge diesen Paradigmenwechsel im Kariesmanagement maßgeblich eingeläutet.
Die IADR würdigt seinen Forschergeist
Wie die IADR ausführt, erscheint deshalb auch eine neue Leitlinie der Europäischen Gesellschaften für Endodontologie und Zahnerhaltung, der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung und der weltweiten Gesellschaft für Kariesforschung, in der dieses Konzept als Empfehlung für die praktische Zahnmedizin festgeschrieben ist und dann auch in eine deutsche Version überführt werden soll.
„Gerade diesen Forschergeist würdigt die IADR mit ihrer Auszeichnung, die einmal jährlich vergeben wird“, teilt die IADR mit. Schwendicke sei zudem Autor von mehr als 500 begutachteten Fachartikeln und 30 Buchkapiteln und zähle laut dem globalen Ranking der Stanford University zu den weltweit meistzitierten Zahnforschern. Er sei in zahlreichen Gremien in leitender Position vertreten, so zum Beispiel bei der Weltgesundheitsorganisation und der Internationalen Normungsorganisation ISO.
Neue Maßstäbe für die klinische Forschung zur KI in der Zahnmedizin
„Eher zufällig“ sei er vor neun Jahren auf das Thema KI gestoßen, zu einer Zeit, als sich sonst niemand in der Zahnmedizin dafür interessiert habe, zitiert ihn die IADR. Mit seinem Team entwickelte er in der Folge eine entsprechende Software, die mittlerweile an einen großen Tech-Konzern verkauft wurde.
Mit einer randomisierten kontrollierten Studie zur Bewertung der KI-gestützten Karieserkennung setzte er „neue Maßstäbe für die klinische Forschung auf diesem Gebiet“, stellt die IADR fest.
Jetzt stehe ein großer Vergleich verschiedener KI-Systeme an, die von der Industrie rasant auf den Markt gebracht werden. Schwendicke: „Im Endeffekt geht es jetzt darum zu verstehen, wie gut sind diese Systeme? Wie sollten sie eingesetzt werden? Was müssen wir tun, damit die Zahnärzte und vor allem die Patienten größtmöglich profitieren?“


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