Ernährung könnte Risiko für Mundhöhlenkarzinome beeinflussen
Die Forschenden analysierten Daten von mehr als 210.000 Teilnehmenden aus drei US-Gesundheitsstudien: der „Nurses’ Health Study“, der „Nurses’ Health Study II“ und der „Health Professionals Follow-up Study“. Über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren wurden die Teilnehmenden hinsichtlich Risikofaktoren für schwere chronische Erkrankungen untersucht. Die Ernährungsqualität wurde alle vier Jahre mithilfe von Ernährungsfragebögen erfasst.
Die Angaben der Teilnehmenden wurden mit zwei Ernährungsmustern und einem Ernährungsmaß abgeglichen:
Prudent Diet: höherer Anteil an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Fisch
Western Diet: höherer Anteil an rotem und verarbeitetem Fleisch, raffiniertem Getreide, Desserts und zuckerhaltigen Getränken
Alternative Healthy Eating Index: ein Bewertungssystem, das die Ernährungsqualität anhand der Nahrungsaufnahme einstuft
Im Studienzeitraum wurden 226 neue Fälle von Mundhöhlenkarzinomen identifiziert: 124 bei Frauen und 102 bei Männern. Bei Frauen mit einem mittleren Ausgangsalter von 43 Jahren hatten diejenigen mit der geringsten Übereinstimmung mit dem Prudent-Diet-Muster eine nahezu doppelt so hohe Rate an Mundhöhlenkarzinomen wie Frauen mit der höchsten Übereinstimmung. Frauen mit den niedrigsten, also ungünstigen Werten im Healthy Eating Index hatten ebenfalls eine etwa doppelt so hohe Rate dieser Krebserkrankungen wie Frauen mit den höchsten, also günstigsten Werten. Dieses Muster blieb auch nach Berücksichtigung von Rauchen, Alkoholkonsum und Körpergewicht bestehen.
Ernährung scheinbar ein relevanter Risikofaktor für Frauen
Besonders auffällig war der Zusammenhang in einer Untergruppe von Frauen, die nicht rauchten, wenig rauchten, keinen Alkohol tranken oder nur wenig Alkohol konsumierten. In dieser Gruppe war eine geringe Übereinstimmung mit dem Prudent-Diet-Muster mit einer etwa dreifach höheren Rate an Mundhöhlenkarzinomen verbunden als bei Teilnehmenden mit besserer Übereinstimmung. Dies deutet darauf hin, dass die Ernährungsqualität für manche Frauen ein relevanter Risikofaktor sein könnte – auch ohne klassische Expositionen wie Tabak und Alkohol.
„Es scheint eine anfällige Gruppe von Frauen zu geben, die ein noch höheres Risiko hat, ein Mundhöhlenkarzinom zu entwickeln, und wahrscheinlich einen weiteren Risikofaktor aufweist, den wir bisher nicht verstehen oder nicht kennen“, sagte Dr. Brittany Barber, Erstautorin der Publikation.
... für Männer aber nicht
Bei Männern konnten die Forschenden keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Ernährung und Mundhöhlenkrebsrisiko feststellen, „obwohl Männer typischerweise mehr verarbeitetes Fleisch essen als Frauen“, ergänzte Barber. Angesichts der steigenden Inzidenz bei Frauen ohne klassische Risikofaktoren für Mundhöhlenkarzinome könnte die Ernährungsqualität ein veränderbarer Risikofaktor sein, der weiter untersucht werden sollte, ergänzte sie.
Die Forschenden ordnen ein, dass das absolute Ausgangsrisiko insgesamt niedrig bleibt. Der in der Studie beobachtete Risikoanstieg entsprach zwei zusätzlichen Fällen pro 100.000 Personenjahre. Die Ergebnisse sollten daher als Hinweis auf einen möglichen Zusammenhang verstanden werden, nicht als Kausalnachweis.
Die Studie wurde durch Fördermittel des National Cancer Institute der National Institutes of Health unterstützt (UM1 CA186107, P01 CA87969 und UM1 CA176726).
Useche M, Gomez-Castillo L, Cushing-Haugen K et al. Poor Diet and Oral Cavity Cancer Risk in Smoking and Non-Smoking Men and Women: An Analysis of Three US Cohorts. Head Neck. 2026 May 13. doi: 10.1002/hed.70317. Epub ahead of print. PMID: 42129592.



