FDI fordert mehr Prävention am Arbeitsplatz
Arbeitsplätze seien eine „verpasste Chance“, Mundgesundheitsprobleme anzugehen, heißt es in dem Papier, das die FDI am Rande der 79. Weltgesundheitsversammlung der WHO in Genf vorstellte. Der Bericht sieht in Arbeitsstätten die „vielversprechendsten und gleichzeitig am wenigsten genutzten Plattformen“ zur Verbesserung der Mundgesundheit, zur Steigerung der Produktivität und zur Stärkung des Wohlbefindens der Belegschaft.
Denzufolge betreffen Erkrankungen des Mundraums weltweit 3,7 Milliarden Menschen und kosten die Wirtschaft jährlich schätzungsweise 710 Milliarden US-Dollar (612 Milliarden Euro), darunter 323 Milliarden US-Dollar (278 Milliarden Euro) an Produktivitätsverlusten, rechnet die FDI vor.
Mit Blick auf diese Zahlen sei es unverständlich, dass die Mundgesundheit in betrieblichen Gesundheitsstrategien nach wie vor kaum eine Rolle spielt. Erwachsene würden etwa ein Drittel ihres Lebens am Arbeitsplatz verbringen. Aus diesem Grund stelle der Arbeitsplatz eine einzigartige Gelegenheit dar, Bevölkerungsgruppen zu adressieren, die von präventiven Angeboten oft nur unzureichend erreicht werden.
Best Practices aus Japan...
Die FDI gibt in ihrem Bericht einen ersten Überblick darüber, wie Mundgesundheit weltweit zunehmend in Arbeitsumgebungen umgesetzt wird. Als positives Beispiel wird ein japanisches Bildungsunternehmen vorgestellt, das die Förderung der Mundgesundheit in die routinemäßigen jährlichen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen integriert hat. Im Rahmen der freiwilligen Maßnahme werden 3- bis 5-minütige Vorsorgeuntersuchungen auf Parodontitis und Karies, Speicheltests sowie individuelle Mundhygieneanleitungen durch zahnmedizinisches Fachpersonal angeboten.
„Mitarbeiter, die an zwei oder mehr Sitzungen teilnahmen, verursachten im Vergleich zu Nichtteilnehmern deutlich geringere Ausgaben für zahnärztliche, parodontologische und allgemeine medizinische Versorgung. Das Programm ging zudem mit einer erhöhten Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen und einem verbesserten Mundgesundheitsverhalten einher“, berichtet die FDI.
...und Brasilien
Die FDI erwähnt auch ein brasilianisches Ölunternehmen, das im Rahmen seines betrieblichen Gesundheitsmanagements ein Präventionsprogramm im Bereich Mundgesundheit für die Mitarbeitenden im industriellen Bereich auflegte. „Über 700 Arbeitnehmer erhielten Munduntersuchungen unter Einsatz von Intraoralkameras, angeleitete Zahnputzsitzungen sowie Aufklärung über Plaquekontrolle und -prävention“, so die FDI. „Das Programm führte zu einer Verringerung der Fehlzeiten und einem verstärkten Engagement für präventive Eigeninitiative.“
Um die Zahnmedizin flächendeckend in betriebliche Gesundheitsprogramme zu integrieren, fordert der Weltzahnärzteverband ein koordiniertes Handeln der beteiligten Stakeholder: „Durch eine engere Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern, Arbeitgebern, Versicherern, Berufsverbänden und Arbeitnehmervertretern können Arbeitsplätze zu einer wichtigen Plattform für Prävention, Früherkennung und integrierte Gesundheitsförderung werden.“


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