BKK Dachverband warnt

GKV-Zusatzbeitrag könnte 2025 massiv steigen

sth
Politik
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gerät finanziell stärker unter Druck, meldet der Dachverband der Betriebskrankenkassen. Kommendes Jahr könnten Zusatzbeiträge von 2,45 Prozent und mehr erreicht werden.

Die Ausgaben sind laut BKK Dachverband 2023 stärker gestiegen als erwartet. Das Defizit der GKV habe sich im vierten Quartal 2023 im Vergleich zum dritten Quartal 2023 verdoppelt, geht aus der Analyse hervor, die der Verband quartalsweise vorlegt, um über die Finanzsituation der GKV und der verschiedenen Kassenarten zu informieren.

Die jüngste Auswertung zeigt demnach, dass sich die Finanzreserven der Krankenkassen reduziert haben. Einer der Gründe: Im Jahr 2023 mussten die Kassen im Zuge des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes (GKV-FinStG) einmalig Rücklagen von 2,5 Milliarden Euro abbauen. Laut BKK Dachverband liegen sie im Kassenvergleich durchschnittlich bei noch leicht über der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve von 20 Prozent einer Monatsausgabe. „Vor wenigen Jahren reichten die Reserven noch für eine komplette Monatsausgabe“, erklärt der BKK Dachverband.

Auch der Gesundheitsfonds steht unter Druck

Die Liquiditätsreserve aus dem Gesundheitsfonds – aus der im laufenden Jahr Schwankungen in den Einnahmen abgefangen werden sollen – ist laut BKK Dachverband ebenfalls in bedenklichem Ausmaß geschrumpft. Es sei zu erwarten, dass die Rücklage von 9,4 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 4,8 Milliarden Euro im Jahr 2024 sinken werde. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve liegt bei etwa 4,7 Milliarden Euro. Druck auf die Liquiditätsreserve übt laut BKK Dachverband der Umstand aus, dass inzwischen auch laufende Ausgaben daraus finanziert würden, etwa der Innovationsfonds und der Krankenhausstrukturfonds.

„Zusätzlich sind teure Gesetze geplant, die langfristig weiteren Druck auf die Beitragssätze ausüben werden. Echte Strukturreformen hingegen, die die durchaus vorhandenen Ressourcen im System nutzen und Mehrwert für die Versorgung bringen, sind nicht vorgesehen“, kommentierte ein BKK-Mitarbeiter gegenüber den Zahnärztlichen Mitteilungen.

„Die Liquidität der Krankenkassen ist gefährdet“

Das Fazit der Analyse: „2023 konnte noch ein Überschuss von 5,7 Milliarden Euro für laufende Ausgaben verwendet werden. 2,7 Milliarden Euro konnten den Krankenkassen zur Beitragssatzstabilisierung zugeführt werden. Das wird künftig nicht mehr möglich sein. Die Liquidität der Krankenkassen ist gefährdet, das heißt, es könnte zu Zahlungsverzögerungen kommen. Zudem entsteht Druck auf die Beitragssätze.“ Laut einer vorläufigen Risikobewertung seien GKV-Zusatzbeiträge von 2,45 Prozent und mehr möglich.

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