Isolation wegen schlechter Mundgesundheit verstärkt Demenzrisiko
Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich bekanntlich oft die Mundgesundheit. Dabei können Probleme wie Zahnverlust, Kieferschwäche oder Mundtrockenheit grundlegende orale Funktionen wie Kauen, Schlucken und Sprechen beeinträchtigen und dadurch die Entstehung schwerwiegender Erkrankungen begünstigen.
Ess- und Sprechschwierigkeiten können Risiko einer Isolation verstärken
Ein Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Jun Aida von der Tohoku University Graduate School of Dentistry am Institut für Wissenschaft Tokio (Science Tokyo), hat jetzt in einer Literaturrecherche die Erkenntnisse aus den neuesten Kausalanalysen synthetisiert, um den Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Demenz theoretisch und methodisch zu klären.
Unter Einbeziehung aktueller epidemiologischer Studien belegen die Forscher, wie Ess- und Sprechschwierigkeiten als bisher übersehene soziale Mechanismen das Risiko einer sozialen Isolation verstärken können. Darüber hinaus fanden sie in einer Längsschnittstudie heraus, dass eine schlechte Mundgesundheit ein starker Prädiktor für Gewichtsverlust bei älteren Erwachsenen ist.
Die Wissenschaftler vermuten, dass Schwierigkeiten beim Essen und Sprechen wichtige potenzielle Mechanismen darstellen können. „Diese Funktionen haben eine soziale Dimension, die zwischenmenschliche Interaktionen fördert und soziale Isolation verringern kann“, erklärt Aida.
„Wenn wir die vielschichtigen direkten und indirekten Mechanismen betrachten, die im Laufe des Lebens zu Demenz führen, stellen wir fest, dass eine schlechte Mundgesundheit das Demenzrisiko möglicherweise durch soziale Isolation aufgrund von Ess- und Sprechproblemen erhöht.“
Zusätzlich zu dieser Literaturübersicht führten Aida und ihre Kollegen eine sechsjährige Längsschnittstudie mit über 3.000 älteren japanischen Erwachsenen durch, um den Zusammenhang zwischen Mundgesundheitsproblemen und Gewichtsverlust zu klären.
Kauprobleme sind der stärkste Prädiktor für Gewichtsverlust bei Senioren
Die Studie belegt, dass Kauprobleme der stärkste Prädiktor für Gewichtsverlust unter den verschiedenen Faktoren oraler Gebrechlichkeit sind, wie beispielsweise Mundtrockenheit und fehlende Zähne. Insgesamt untermauern diese Ergebnisse die Annahme, dass eine schlechte Mundgesundheit weitreichende Folgen haben kann, die letztendlich den gesamten Körper betreffen.
„Unsere Studien liefern wichtige Belege dafür, dass die Mundgesundheit nicht nur Zähne und Mund beeinflusst, sondern auch die Gehirnfunktion, den Ernährungsstatus und die soziale Teilhabe“, so Aida abschließend. Weitere Forschung sei notwendig, um diese komplexen Zusammenhänge genauer zu untersuchen und wirksame Interventionen zu entwickeln.
Aida J, Kiuchi S, Shirai K, Peres MA, Matsuyama Y. Oral Health and Dementia: Causal Inference and Theoretical Mechanisms. Journal of Dental Research. 2025;105(1):42-50. doi:10.1177/00220345251377014





