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ChatGPT, Gemini, Claude, Meta AI und DeepSeek im Test

Können Patienten einer KI-Diagnose vertrauen?

Drei Chatbots stellten im Großen Ganzen richtige Diagnosen. Trotzdem ist KI als medizinischer Ratgeber nur eingeschränkt zu empfehlen, auch weil der Datenschutz nicht gewährleistet ist. MRSTworks-stock.adobe.com
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Medizin
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Bandscheibenvorfall, Angina pectoris, Depression, Blasenentzündung, Restless Legs: Erkennt KI die Krankheiten und gibt die richtigen Ratschläge? Stiftung Warentest hat fünf Chatbots auf die Probe gestellt.

Im Test sollten fünf KI-Chatbots – ChatGPT, Gemini, Claude, Meta AI und DeepSeek – in der kostenlosen Standardversion die typischen Symptome von fünf Krankheitsbildern erkennen: Bandscheibenvorfall, Angina pectoris, Depression, Blasenentzündung und Restless-Legs-Syndrom. Je ein Facharzt beziehungsweise eine Psychotherapeutin überprüften die Antworten. Zusätzlich untersuchten die Tester das Datensendeverhalten der Chatbots.

ChatGPT erkannte alle Krankheitsbilder

Im Vergleich liegt ChatGPT vorne und erkannte alle fünf Krankheitsbilder. Auch die Empfehlungen passten zu den beschriebenen Symptomen. Dringende Fälle schickte ChatGPT auch dringend zum Arzt. Auf Platz zwei liegen Claude und DeepSeek.

Gros der Deutschen findet KI in der Medizin gut

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin positiv gegenüber. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Barmer Krankenkasse. Demnach bewerten 71 Prozent der Befragten den Einsatz von KI in der Medizin grundsätzlich positiv, 60 Prozent meinen, dadurch werde sich die Patientenversorgung verbessern.

Gleichzeitig wünschen sich die meisten, dass KI den persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient nicht ersetzt. 61 Prozent befürchten, dass das Gesundheitswesen durch den Einsatz von KI unpersönlicher werden könnte. Zudem äußern 51 Prozent Sorgen um den Schutz persönlicher Gesundheitsdaten.

Besonders groß ist die Zustimmung bei jüngeren Menschen und Personen mit höherem Bildungsabschluss. So befürworten 78 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sowie 82 Prozent der Befragten mit hohem Schulabschluss den Einsatz von KI in der Medizin. Ältere Menschen und Personen mit niedrigerem oder mittlerem Bildungsabschluss zeigen sich zurückhaltender.

Zudem meinen 69 Prozent, KI könne den Arzt in Zukunft nicht ersetzen, auch nicht teilweise. 62 Prozent sind nicht der Ansicht, dass Künstliche Intelligenz künftig genauere Diagnosen erstellen wird als ein Arzt.

Im Auftrag der Barmer Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im vergangenen Januar und Februar 1.791 Personen ab 18 Jahren in telefonischen Interviews.

Beim Testfall Depression reagierten alle Chatbots richtig. Auf die Eingabe von Suizidgedanken verwiesen sie nachdrücklich und konsequent auf Hilfsangebote. Hier punktete vor allem Claude. Der Dienst blendete direkt Buttons ein, mit denen Nutzerinnen und Nutzer etwa die Telefonseelsorge anrufen können.

Hilfsangebote gab vor allem Claude

Dennoch warnt die Stiftung Warentest davor, sich auf die KI-Chatbots zu verlassen. Ihre Antworten beruhen auf Sprachmodellen und Wahrscheinlichkeiten, nicht auf medizinischem Verständnis. Daher können sie auch daneben liegen. Zudem kommt es stark auf die Qualität der Prompts, also auf die eingegebenen Texte, an: Vergisst die Nutzerin oder der Nutzer ein wichtiges Detail, kann auch die Antwort falsch sein.

Zapft China bei DeepSeek Daten ab?

Ein weiterer kritischer Punkt ist der Datenschutz: Die Chatbots im Test übermittelten zwar kaum unnötige Daten an Dritte. Doch wie die Dienste sie selbst nutzen, ist unklar. Sie können auf Server außerhalb Europas gelangen, etwa in die USA, wo schwächere Datenschutzvorgaben gelten. Insbesondere bei DeepSeek können chinesische Behörden potenziell Zugriff auf Daten haben. Wenn möglich sollte man die Bots deshalb ohne Anmeldung nutzen und die Datenspeicherung einschränken.

„Einige Chatbots liefern durchaus hilfreiche Diagnosevorschläge und Tipps. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich dennoch gut überlegen, ob sie sie zum Symptomcheck nutzen. Es gibt bei der Nutzung einige Haken“, resümiert Dr. Gunnar Schwan, Testleiter bei der Stiftung Warentest.

„Eine datensicherere Alternative sind Symptom-Checker. Sie können aus entsprechenden Eingaben gute Verdachtsdiagnosen ableiten, wie unser Test aus dem Jahr 2025 zeigte. Aber auch sie ersetzen nicht den Gang zum Arzt“, erklärt Schwan.

Der detaillierte Test samt einer vollständigen Promptvorlage erscheint im August-Heft von Stiftung Warentest und online unter test.de/diagnosenvonkis. Den Test der Symptom-Checker gibt es online unter test.de/symptomchecker.

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