Krankschreibungen wegen Stressdiagnosen nehmen zu
Laut Daten der KKH kamen 2025 wegen akuter Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen knapp 119 Krankentage auf 100 KKH-Versicherte. Im Vorjahr waren es 112 Fehltage. Damit machen derartige Belastungen, die der KKH zufolge häufig durch Dauerstress und anhaltenden mentalen Druck entstehen, fast 30 Prozent der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen aus.
Im Vergleich zu 2017 Anstieg um fast 80 Prozent
Zu Beginn der KKH-Analyse im Jahr 2017 seien es noch rund 66 Tage gewesen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wegen akuter Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen gefehlt hätten. Im Vergleich von 2017 zu 2025 bedeute das einen Anstieg um fast 80 Prozent.
Akute Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen können laut KKH die Vorstufe einer Depression sein. 2025 waren sie demnach die häufigste psychische Diagnose bei Berufstätigen und der dritthäufigste Krankschreibungsgrund überhaupt – gleich hinter Infektionen der oberen Atemwege und Rückenschmerzen.
Die zweithäufigste psychische Diagnose war laut der Analyse depressive Episoden. Wegen dieser Diagnose gab es im vergangenen Jahr 103,5 Fehltage pro 100 KKH-Versicherten – und damit knapp einen Fehltag weniger als ein Jahr zuvor. Wegen wiederkehrender Depressionen registrierte die KKH 2025 knapp 55 Fehltage pro 100 Versicherten; das waren vier Tage mehr als 2024 und 13,5 Tage mehr als 2017. Wegen Neurasthenie und chronischer Erschöpfung waren es 2025 rund 39 und wegen Angststörungen 28,5 Fehltage pro 100 Versicherten.
Flexibles Arbeiten kann Stress auslösen
Als eine mögliche Ursache für die starke mentale Belastung der Versicherten sieht KKH-Ärztin Aileen Könitz unter anderem die moderne Arbeitsweise mit Laptop und Smartphone – neben privaten sowie gängigen beruflichen Stressoren wie etwa einem zu hohen Arbeitspensum und ständigen Überstunden, einem geringen Gehalt, Existenzängsten oder Konflikten mit Kollegen und Vorgesetzten.
Flexibles Arbeiten könne dann Stress auslösen, wenn klare Regeln fehlten, Zuständigkeiten, Prioritäten oder Erwartungen unausgesprochen blieben und die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmen. „Diese ständige Unklarheit kann es erschweren, sich nach der Arbeit gedanklich zu distanzieren und zur Ruhe zu kommen. Auf Dauer kann dies zu Anspannung und mentaler Erschöpfung führen“, so Könitz.




