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Masterplan für die Niederlassung

ck/pm
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Wie kriegt man Ärzte in die Praxis? Indem man sie genauso gut bezahlt wie in der Klinik und die Ausbildung verbessert, stellten KBV und Bundesärztekammer auf der Fachtagung "Praxisorientierung der Aus- und Weiterbildung" in Berlin klar.

"Die Finanzierung der Weiterbildung muss endlich die sektorale Ungleichbehandlung überwinden. Nur so kann der Ärztenachwuchs für eine Weiterbildung im ambulanten Bereich gewonnen und für eine spätere ambulante Tätigkeit und Niederlassung begeistert werden“, erklärte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann bei der Eröffnung einer gemeinsamen Fachtagung von KBV und Bundesärztekammer (BÄK) in Berlin. 

Voraussetzung dafür sei eine eigene Finanzierungsgrundlage, etwa in der Form, wie sie die KBV mit dem Stiftungsmodell Weiterbildung vorschlägt. Ziel sei, eine Gleichbehandlung von ambulanter und stationärer Weiterbildung zu gewährleisten und die Finanzierung transparenter und sachgerechter zu gestalten.

Praxisnähe im Studium

Dr. Max Kaplan, Vizepräsident der Bundesärztekammer, begrüßte, dass mittlerweile auch die Politik Reformbedarf in der ärztlichen Ausbildung erkannt habe. Neben einer optimierten Auswahl der Studienplatzbewerber und der Stärkung der Allgemeinmedizin stelle die Förderung der Praxisnähe im Studium einen der Inhalte des von der Bundesregierung angekündigten „Masterplans Medizinstudium 2020“ dar. 

Ambulant und stationär gleiche Tarife

Mit Blick auf die ambulante Weiterbildung betonte Kaplan, mindestens gleiche tariflicher Konditionen wie an den stationären Weiterbildungsstätten seien dafür unerlässliche Voraussetzung. Kaplan berichtete, dass die Stärkung der ambulanten Weiterbildung auch Gegenstand der Diskussionen um die Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung sei.

„Vorrangig im ambulanten Bereich anfallende Tätigkeiten sollen spezifisch abgebildet werden. Auch wollen wir berufsbegleitende Weiterbildungsmöglichkeiten, Hospitationen oder neu entwickelte Lernmethoden im Weiterbildungsrecht implementieren. Weiterbildungsverbünde sollen eine sektorenübergreifende Weiterbildung ohne Unterbrechungen sicherstellen“, erläuterte Kaplan.

Kliniken bilden längst nicht mehr das gesamte Ausbildungsspektrum ab

Die medizinische Aus- und Weiterbildung sollte daher reformiert werden, sagte Feldmann. Sie müsse auf die Versorgung im Ganzen zielen. Mittlerweile bilden die Kliniken längst nicht mehr das gesamte Spektrum der Versorgung ab, da viele Behandlungen überwiegend im ambulanten Bereich vorgenommen werden.

Ein gelungenes Beispiel sei die konkrete Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin, die seit dem Jahr 2010 mit strukturellen und qualitativen Elementen gute Ergebnisse erzielt habe. Allerdings reichten diese Ergebnisse nicht aus, um den sich abzeichnenden Hausärztemangel annähernd auszugleichen. Sie müssten daher um Weiterbildungsverbünde und spezielle Seminarangebote ergänzt werden. „Das von uns vorgelegte Stiftungskonzept enthält diese Weiterentwicklungen und könnte dafür sorgen, dass bundesweit die gleichen Rahmenbedingungen für diese Weiterbildung sichergestellt werden“, betonte Feldmann.

Auch die Didaktik muss besser werden

Aber schon in der Ausbildung der jungen Ärzte müssten weitere Verbesserungen erreicht werden. Der Erwerb fachübergreifender Kompetenzen sollte hier stärker im Fokus stehen. Dies erfordere strukturell-organisatorische Maßnahmen für eine sektorenübergreifende Ausbildung in Klinik und ambulantem Bereich. Nicht zuletzt müssten auch Anstrengungen unternommen werden, um die Didaktik der Ausbilder zu verbessern. 

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