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Große Befragung in den Vereinigten Staaten

Medizinische Schulden halten viele US-Bürger vom Zahnarztbesuch ab

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Gesellschaft
20 Millionen US-Amerikaner müssen sich verschulden, um ihre Arztrechnung zu bezahlen. In der Folge verschieben sie weitere medizinische Behandlungen auf später, insbesondere Zahnarztbesuche werden vertagt.

Laut einer neuen Studie unter der Leitung der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, USA, besteht ein Zusammenhang zwischen medizinischen Schulden und der aufgeschobenen zahnärztlichen, medizinischen und psychischen Gesundheitsversorgung, selbst bei Menschen mit Krankenversicherung.

Für ihre Analyse nutzten die Forschenden Daten aus der National Health Interview Survey 2023, einer national repräsentativen Stichprobe von US-Amerikanern ab 18 Jahren mit festem Wohnsitz. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, welche Gesundheitsbedürfnisse aufgrund der Kosten verschoben oder aufgegeben werden.

10 Prozent konnten ihre Arztechnung nicht bezahlen

Mehr als 10 Prozent der 28.699 befragten Erwachsenen berichteten von medizinischen Schulden. Diese wurden definiert als Probleme bei der Bezahlung oder Unfähigkeit, medizinische Rechnungen in den letzten 12 Monaten zu bezahlen, also Rechnungen für Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser, Therapeuten, Medikamente, Geräte, Pflegeheime oder häusliche Pflege.

Rund 42 Prozent der US-Amerikaner, die ihre gesundheitliche Versorgung nicht bezahlen konnten, schoben demnach den Besuch beim Zahnarzt auf, ohne medizinische Schulden taten dies nur knapp 18 Prozent. Insgesamt 23 Prozent der US-Bürger mit medizinischen Schulden verzögerten die ärztliche Versorgung, ohne taten das nur 5 Prozent; und 14 Prozent der US-Erwachsenen, die ihre Arztrechnung nicht begleichen konnten, verzögerten die Behandlung psychischer Erkrankungen, ohne Schuldenprobematik waren es ebenfalls lediglich 5 Prozent.

Die Zahnbehandlung ist besonders anfällig für medizinische Schulden

Schulden aufgrund von Behandlungskosten hatten mehr als 19 Prozent der Befragten ohne Krankenversicherung, 13 Prozent der Medicaid-Versicherten, 9 Prozent der privat Versicherten und 8 Prozent Medicare-Mitglieder.

Den Autorinnen und Autoren zufolge deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass medizinische Schulden zu einem ungedeckten Behandlungsbedarf bei amerikanischen Erwachsenen beitragen, unabhängig vom Versicherungsschutz. Dabei sei die Zahnbehandlung besonders anfällig für medizinische Schulden, unter anderem weil zahnärztliche Leistungen nicht immer in Krankenversicherungen enthalten sind – sie erfordern oft eine Zusatzversicherung mit in der Regel begrenztem Leistungsumfang. 

„Wer die Gesundheitsvorsorge aufschiebt, riskiert zumindest, Präventionsmöglichkeiten und empfohlene Kontrolluntersuchungen zu verpassen“, schreiben die Forschenden. Solche Verzögerungen könnten zudem das Risiko für spätere Erkrankungen erhöhen. So stehe beispielsweise eine schlechte Zahngesundheit in Zusammenhang mit Herzerkrankungen, kognitivem Abbau und anderen schwerwiegenden Erkrankungen.

„Das Vermeiden von Routine- oder Vorsorgeuntersuchungen kann den Gesundheitszustand von Patienten verschlechtern und letztendlich höhere Behandlungskosten verursachen – für Patienten, Versicherer und Steuerzahler, die einen Großteil der medizinischen Versorgung in den USA subventionieren“, bilanziert die Hauptautorin Dr. Catherine Ettman, Assistenzprofessorin am Department of Health Policy and Management der Bloomberg School.

Laut den Autoren der Studie könnten jüngste politische Entwicklungen, wie die Kürzungen der Krankenversicherung im Haushaltsausgleichsgesetz 2025, die medizinische Verschuldung, den Behandlungsaufschub und deren wirtschaftliche Folgen verschärfen. „Maßnahmen gegen die sich ausweitende medizinische Verschuldung sind entscheidend, um die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Behandlungsaufschubs abzumildern“, betont Erstautor Kyle Moon, Doktorand am Department für Psychische Gesundheit der Bloomberg School. 

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Studie mehrere Einschränkungen aufweist: So würden die verwendeten Selbstauskünfte zur finanziellen Belastung im Gesundheitswesen die medizinische Schulden möglicherweise nicht vollständig erfassen. Auch die Angaben zu Schuldenhöhe und aufgeschobener Behandlung, die ebenfalls auf Selbstauskünften beruhen, könnten durch verzerrte Erinnerungen beeinflusst sein. 

Moon, K.J., Becker, N.V., Miller, K.E.M. et al. Medical Debt and Deferred Care for Physical Health, Mental Health, and Dental Needs Among U.S. Adults. J GEN INTERN MED (2026). https://doi.org/10.1007/s11606-026-10215-x

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