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HDZ zum Welt-Lepra-Tag 2026

Medizinisches Wissen und humanitäres Engagement müssen Hand in Hand gehen

Freya Blum
Gesellschaft
Am letzten Sonntag im Januar wird weltweit der Welt-Lepra-Tag begangen – ein Anlass, um auf eine Krankheit aufmerksam zu machen, die trotz medizinischer Fortschritte noch immer mit Stigmatisierung und Diskriminierung verbunden ist. Das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) engagiert sich seit vielen Jahren für die Betroffenen.

Heute ist die Stiftung nicht nur in der medizinischen Versorgung aktiv, sondern finanziert auch Bildungs- und Infrastrukturprojekte. Ein Beispiel ist Madagaskar: Dort unterstützt das HDZ seit über 30 Jahren zwei Lepra-Dörfer im Norden des Landes. Die während der französischen Kolonialzeit gegründeten Ortschaften wurden nach der Unabhängigkeit sich selbst überlassen.

Nach Zyklon Gamané standen viele Betroffene vor dem Nichts

Im April 2024 traf der Zyklon Gamané mit Windgeschwindigkeiten bis 210 km/h auf die Nordostküste Madagaskars. Die Folgen für die Lepra-Dörfer Belfort und Jules waren verheerend: Vier Hektar Waldfläche wurden niedergefegt, zahlreiche Häuser und die Infrastruktur zerstört. Das medizinische Versorgungsgebäude war einsturzgefährdet und die Wasserversorgung fiel aus. Die ehemals an Lepra erkrankten Menschen, von denen viele körperliche Einschränkungen haben, standen nun vor dem Nichts. Dringende Projekte sind jetzt:

  • der Neubau eines Brunnens und die Rehabilitation eines stillgelegten Brunnens,

  • die Errichtung eines neuen medizinischen Versorgungsgebäudes und

  • der Bau 15 neuer Unterkünfte für obdachlose Familien.


Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf rund 10.000 Euro. Zusätzlich benötigt die Schule der beiden Dörfer 15.000 Euro, um die tägliche Mahlzeit für 250 Kinder sicherzustellen. Die Schule wird mit Spendenmitteln finanziert und hat ein hohes Ausbildungsniveau. Deshalb sind auch Schüler aus den Nachbardörfern interessiert, in Belfort einen Schulplatz zu bekommen. Das ist gut, denn so werden auch allgemeine Vorurteile und Berührungsängste gegenüber den ehemals Leprakranken abgebaut.

Hintergrund Lepra

Die Erkrankung beginnt meist mit unscheinbaren Hautveränderungen. Bei etwa 75 Prozent der Betroffenen heilt sie folgenlos aus. Bei einem Viertel kommt es zu schweren Verläufen mit Nervenschädigungen, Verlust des Schmerzempfindens und daraus resultierenden Verletzungen und Deformierungen. Lepra ist heute heil- und behandelbar, doch die gesellschaftlichen Folgen für Betroffene sind oft gravierend.

  • Erreger: Mycobacterium leprae

  • Inkubationszeit: 1 bis 20 Jahre

  • Therapie: Kombination aus Dapson, Rifampicin und Clofazimin über 6 bis 12 Monate

  • Prognose: Eine frühzeitige Behandlung verhindert Behinderungen und Folgeschäden.

Die Arbeit von HDZ zeigt, wie medizinische Hilfe über die reine Therapie hinausgeht: Sie schafft Perspektiven, bekämpft Vorurteile und gibt Menschen ihre Würde zurück. Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet das: Lepra ist nicht nur ein medizinisches Thema, sondern auch eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung.

Medizinisches Wissen und humanitäres Engagement müssen Hand in Hand gehen

Das HDZ ist auf das Engagement und die Spenden vieler Menschen angewiesen, wobei die Altgoldspenden eine wichtige Quelle darstellen. Nur durch eine hohe Spendenbereitschaft können wir als berufsständisches Hilfswerk weiterhin in karitative Projekte investieren und die Lebensbedingungen vieler Bedürftiger weltweit verbessern. Die Gold- und Silberscheideanstalten Kulzer GmbH in Hanau verarbeiten dieses Gold in einem aufwendigen Prozess kostenlos und stellen den Materialwert ohne Abzüge zur Verfügung. Um eine problemlose Altgoldverwertung zu gewährleisten, stellen wir alle benötigten Unterlagen (Flyer, Versandbeutel, Informationen) für Ihre Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Das HDZ erhebt dafür ebenso wenig Gebühren oder Abzüge.

Geld-, Sach- oder Altgoldspenden helfen!

Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
IBAN: DE28 300 60601 000 4444 000
BIC: DAAEDEDD
Verwendungszweck: Spende „Madagaskar”

Weitere Infos unter www.stiftung-hdz.de

Lepra ist heilbar – aber die Folgen von Armut, Ausgrenzung und Naturkatastrophen bleiben eine Herausforderung. Der Welt-Lepra-Tag erinnert uns daran, dass medizinisches Wissen und humanitäres Engagement Hand in Hand gehen müssen.

Dr. med. dent. Freya Blum

Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ)
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