apoBank-Umfrage

Medizinstudierende: Ja zur Niederlassung, wenn die Bedingungen stimmen

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Studium
Rund 70 Prozent der Medizinstudierenden können sich eine Niederlassung vorstellen – wenn die Work-Life-Balance und die Ausgangsbedingungen der zu übernehmenden Praxis stimmen.

Mit 79 Prozent planen vor allem Männer eine Praxisgründung, bei Frauen sind es 66 Prozent. Insgesamt 22 Prozent der Studentinnen sind noch unentschlossen, für 12 Prozent kommt eine Niederlassung nicht infrage. Von ihren männlichen Kommilitonen lehnen 13 Prozent eine eigene Arztpraxis ab, die restlichen acht Prozent lassen sich diese berufliche Option offen.

Zeit mit Freunden, freie Wochenenden, flexible Arbeitszeiten

Was macht eine Niederlassung attraktiv? Dazu wurden diejenigen befragt, die sich für eine eigene Arztpraxis entscheiden würden oder zummindest diese Form der Berufsausübung nicht ganz ausschließen. Besonders relevant für die Nachwuchsmediziner ist eine gute Work-Life-Balance. Konkret bedeutet das für die Befragten vor allem Zeit mit Familie und Freunden (90 Prozent), freie Wochenenden (75 Prozent) und eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten (69 Prozent). Dementsprechend können sich über 90 Prozent der Befragten vorstellen, einfache medizinische Tätigkeiten und Verwaltungsaufgaben zu delegieren.

Und qualifiziertes Personal, funktionierende Abläufe sowie gut erhaltene Geräte

Auch der Zustand der zu übernehmenden Praxis beeinflusst demnach stark die Entscheidung zur Niederlassung: Dabei sind für die Befragten primär qualifiziertes Personal (98 Prozent) und funktionierende Abläufe (92 Prozent) esssenziell. Neue beziehungsweise gut erhaltene Geräte (84 Prozent) und ein hoher Digitalisierungsgrad (83 Prozent) gehören ebenfalls für die meisten dazu.

Die Praxislage spielt vergleichsweise nicht so eine große Rolle und steht mit 65 Prozent ganz unten auf der Liste mit den relevanten Entscheidungskriterien. Speziell nach der Niederlassung in einer ländlichen Region gefragt, lehnen nur sieben Prozent der Befragten diese kategorisch ab – für alle anderen stellen die Nähe zu einer größeren Stadt und eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln die zwei wichtigsten Bedingungen dar, um aufs Land zu gehen.

Über 90 Prozent wollen im Studium auf die Niederlassung vorbereitet werden

Zudem befürworten 90 Prozent der Befragten die Vorbereitung auf eine mögliche Niederlassung während des Medizinstudiums. Inhaltlich sollte es vor allem um rechtliche, unternehmerische oder steuerliche Aspekte der Selbstständigkeit gehen sowie um Informationen zu Niederlassungs- und Kooperationsmöglichkeiten. Auch eine finanzielle Unterstützung sehen 94 Prozent der Befragten als möglichen Anreiz, sich eher für die Niederlassung zu entscheiden.

Die apoBank befragte zwischen dem 24. März und dem 16. April 176 Studierende der Humanmedizin aus ihrem Kunden-Panel. Die Umfrage wurde anonym ausgewertet.

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