Gesundheitsministerkonferenz

Möglichst wenig Impfstoff soll verfallen

pr/pm
In Deutschland droht ein mögliches Überangebot von Impfstoffen. Jetzt hat die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) beschlossen, den Verwurf auf ein Minimum zu begrenzen und die Impfkampagne noch einmal auszuweiten.

Die Gesundheitsministerkonferenz hat jetzt darauf hingewiesen, dass ein Rückgang der Nachfrage sowohl in den Impfzentren als auch in den Arztpraxen und bei den Betriebsärzten zu verzeichnen ist.

Eine übermäßige Lagerhaltung soll vermieden werden

Da die Verfügbarkeit an Impfstoffen die Nachfrage schon bald deutlich übersteigen wird, würden im Laufe des August die verfügbaren Impfstoffmengen nicht mehr vollumfänglich an die Länder, Arztpraxen und Betriebsärzte ausgeliefert werden müssen. Eine übermäßige Lagerhaltung bei den Ländern und in Arztpraxen soll jedoch vermieden werden.

Angesprochen werden sollen gezielt Impfmuffel

Deshalb haben die Gesundheitsminister der Länder jetzt festgelegt, noch einmal verstärkt diejenigen Menschen mit einem Impfangebot zu erreichen, die sich bisher nicht für eine Impfung entschieden haben. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) soll dazu die Informationskampagne „Deutschland krempelt die Ärmel hoch“ wie geplant weiterentwickeln, um gezielt Bevölkerungsgruppen anzusprechen, die bisher noch kein Impfangebot in Anspruch genommen haben, sowie um die Bedeutung von Zweitimpfungen hervorzuheben. Die Länder werden dementsprechend die Informationskampagne weiter stärken, heißt es in dem Beschluss.

niedrigschwellige Impfangebote  sind gefragt

Für zusätzliche niedrigschwellige Impfangebote durch mobile Impfteams oder Impfzentren (zum Beispiel Marktplätze, Kirchen, Supermärkte, Einkaufshäuser, Kultur-, Sport- und Freizeitaktivitäten) werden die dafür benötigten Impfstoffe durch den Bund zur Verfügung gestellt. Auch vor Ort soll eine pragmatische und flexible (Um-)Verteilung bereits an pharmazeutischem Großhandel und Apotheken ausgelieferter Impfstoffe zwischen den verschiedenen Leistungserbringern ermöglicht werden. Weitere Flexibilisierungen soll das BMG prüfen.

Möglichst wenig wegwerfen

Ziel der Länderminister ist es, den Verwurf von Impfstoffen auf ein Minimum zu begrenzen. Der Bund soll Impfstoffe, die in der nationalen Impfkampagne nicht zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe zulassen, Drittstaaten durch Impfstoffspenden zur Verfügung gestellt werden. Das BMG soll dafür zeitnah einen logistischen Prozess auf den Weg bringen, um die Impfstoffe, die bisher ausschließlich in den Verteilzentren der Länder gelagert wurden, bei den Ländern abzuholen.

Bund und Länder werden in einem fachlichen Austausch miteinander beraten, wie mit Impfstoffen, die bereits an Impfzentren und Arztpraxen ausgeliefert wurden, vor dem Hintergrund pharmazeutisch-technologischer und rechtlicher Fragestellungen umgegangen werden kann, heißt es in dem Beschluss weiter. Grundsätzlich solle Abgaben von Impfstoffen an Drittstaaten ausschließlich durch die Bundesregierung möglich sein.

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