Die Mundgesundheit vulnerabler Menschen stärken
Den ersten Platz in der Kategorie „Wissenschaft“ belegten Prof. Dr. Ingmar Staufenbiel und Prof. Dr. Anne-Katrin Lührs mit ihrer interdisziplinären Arbeitsgruppe von der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie untersuchten erstmals systematisch die dentale und parodontale Gesundheit von Patienten mit Neuro-Sjögren-Syndrom.
Die Erkrankung gehört zu den Autoimmunerkrankungen und kann unter anderem die Speichel- und Tränendrüsen beeinträchtigen. Typisch sind trockene Schleimhäute, insbesondere Mund- und Augentrockenheit.
Hinzu kommen häufig Gelenk- und Muskelschmerzen sowie ausgeprägte Erschöpfung. Gerade die verringerte Speichelproduktion kann die Mundgesundheit erheblich beeinträchtigen: Speichel schützt die Zähne, unterstützt die natürliche Reinigung der Mundhöhle und hilft dabei, Säuren zu neutralisieren.
Mundpflege bei Pflegebedürftigen: Wissen einfach zugänglich machen
Im Bereich „Praxis & Gesellschaft“ überzeugten Dr. Elmar Ludwig und Prof. Dr. Dr. Greta Barbe mit der Online-Plattform von „mund-pflege e. V.“, Ulm, zur Förderung der Mundgesundheit in der Pflege. Der gemeinnützige Verein setzt sich für eine bessere Mundgesundheit von pflegebedürftigen Menschen ein.
Denn wenn Menschen im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind, wird auch die tägliche Mundpflege häufig zu einer gemeinsamen Aufgabe von Betroffenen, Angehörigen und Pflegekräften. Die Plattform bündelt praxisnahes Wissen und soll dabei helfen, Mundpflege im Pflegealltag leichter umzusetzen.
Beide Erstplatzierten wurden mit jeweils 4.500 Euro ausgezeichnet.
Der zweite Preis in der Kategorie „Wissenschaft“ (prämiert mit 3.000 Euro) ging an Jun.-Prof. Dr. Anna-Lena Hillebrecht und ihr Team vom Universitätsklinikum Freiburg. Sie evaluierten ein mehrsprachiges Lernvideo zur Mundhygiene für Menschen in Flüchtlingsunterkünften hinsichtlich Wirksamkeit und Praxistauglichkeit.
Der Wrigley Prophylaxe Preis zeichnet seit mehr als 30 Jahren Projekte in der Kariesforschung aus. Stifter ist das „Wrigley Oral Health Program“ (WOHP), Schirmherrin ist die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ), auf deren Jahrestagung die Auszeichnung vergeben wird – in diesem Jahr in Heidelberg.



