Gesprächsrunde zum geplanten GKV-Finanzstabilisierungsgesetz

PAR-Therapie: Experten fordern Ausnahme von der Budgetierung

von ck
PolitikParodontologie
Vor den heftigen Folgen des geplanten GKV-Spargesetzes auf die Parodontalbehandlung bei GKV-Versicherten warnten in Nordrhein unisono Patientenvertreter, Wissenschaftler und Zahnmediziner.

"Heute wissen wir sehr genau, dass sich Parodontitis und Diabetes mellitus sehr ungünstig beeinflussen. Beide Erkrankungen sind hochprävalent in der Bevölkerung vertreten und verursachen enorme Kosten", erläuterte Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Direktor der Klinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität Bonn.

lokale Entzündungen im Mund haben Folgen auf andere Organe


Jepsen: "Wir wissen außerdem, dass eine Parodontitis durchaus auch Auswirkungen hat auf


Zahnersatz ist teurer als die Parodontitistherapie


Da Zahnersatz teurer ist als die Parodontitistherapie, müssten die Patienten als Folge des geplanten Gesetzes auf jeden Fall mehr bezahlen, aber auch den Krankenkassen entstünden bei einer unbehandelten Parodontitis höhere Kosten, verdeutlichte Dr. Holger Seib, Vorstandsvorsitzender der KZV Westfalen-Lippe. "Sicher ist, dass viel mehr Zähne verloren gehen, wenn die Parodontitistherapie nicht in dem geplanten Ausmaß vollzogen wird", stellte er klar.

Leistungsdeckelung FÜR Par? "eine ganz schlechte Idee!"


Eine Leistungsdeckelung im Bereich Parodontitis hält Bornes für "eine ganz schlechte Idee": „Die Mundgesundheit würde wieder auf einen Zustand von vor 2021 zurückfallen, damit ist auch die Allgemeingesundheit stärker gefährdet. Wir wollen ja schließlich durch die PAR-Behandlung erreichen, dass sich auch die Allgemeingesundheit verbessert. Wir können mittlerweile die Zusammenhänge und Effekte belegen und daher sollte der Schritt weiter gegangen werden“, verlangte er.
Eine Kern-Forderung, die Dr. Ralf Hausweiler, Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein, nochmals bekräftigte: "Für neue Leistungen in der GKV, wie zum Beispiel auch die moderne Parodontitistherapie, muss es eine Ausnahme von der Budgetierung geben. Hier ist die Politik am Zug. Hier muss das Gesetz wirklich dringend korrigiert werden. Denn wo sich der Zahnhalteapparat entzündet, dort ist die Zahnerhaltung gefährdet und wo die Mundgesundheit gefährdet ist, dort ist die Allgemeingesundheit der Patienten gefährdet und das gilt es zu vermeiden!"

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