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Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit

Politische Entscheidungen verhageln Ärzten die Stimmung

Fast alle Ärztinnen und Ärzte gaben im aktuellen Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit an, dass sich politische Entscheidungen, gesetzliche Regelungen und Vorgaben der Selbstverwaltung in den vergangenen drei Monaten negativ auf ihre Gesamtarbeitssituation ausgewirkt haben. Daniel Ernst stock.adobe.com
ao
Politik
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Die Stimmung in der Ärzteschaft ist im dritten Quartal 2026 deutlich abgestürzt. Das ergab das aktuelle Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit. Für Frust sorgten vor allem politische Entscheidungen und gesetzliche Regelungen.

Mit einem Stimmungswert von -48,5 lag die Stimmung im dritten Quartal mehr als 20 Punkte unter dem im Frühjahr erhobenen Wert. Damit erreicht die Ärztestimmung laut der Stiftung Gesundheit den mit Abstand niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung vor mehr als 20 Jahren. Der bisherige Tiefpunkt lag bei -38,7.

Am stärksten brach laut der Erhebung die Stimmung der Psychologischen Psychotherapeuten ein: Sie fiel um 33,6 Punkte und liegt nun bei einem Wert von -48,3. Um jeweils mehr als 25 Punkte sank die Stimmung der Fachärzte (-25,7 Punkte) und der Hausärzte (-25,2 Punkte). Mit einem Stimmungswert von -55,6 liegen die Hausärzte derzeit auf dem letzten Platz, die Fachärzte mit -51,5 auf dem vorletzten.

Zahnärzte am wenigsten pessimistisch gestimmt

Dagegen fiel der Stimmungsrückgang bei den Zahnärzten moderat aus: Mit einem Minus von 8,9 Punkten und einem Stimmungswert von -36,4 sind sie die derzeit am wenigsten pessimistisch gestimmte Gruppe.

Grund für die schlechte Stimmung der Ärzteschaft ist vor allem die sehr pessimistische Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten. Hier sank der Wert seit der vorherigen Erhebung um fast 35 Punkte.

92 Prozent der Ärztinnen und Ärzte gaben in der Umfrage an, dass sich politische Entscheidungen, gesetzliche Regelungen und Vorgaben der Selbstverwaltung in den vergangenen drei Monaten negativ auf ihre Gesamtarbeitssituation ausgewirkt haben. Damit liegen derzeit Politik und Regulierung mehr als 40 Prozentpunkte vor allen anderen Belastungsfaktoren, schreibt die Stiftung Gesundheit.

Auf Rang zwei folgt demnach die Digitalisierung; 51,9 Prozent der Befragten machen sie für negative Auswirkungen auf die Gesamtsituation verantwortlich. Auf Rang 3 folgen die Praxis-Administration ohne Digitalisierung (51,4 Prozent) sowie auf Rang 4 Auswirkungen aktueller Ereignisse (50,1 Prozent).

„Historischer Tiefpunkt"

„Das Stimmungsbarometer erreicht einen historischen Tiefpunkt seit Beginn der Erhebung vor mehr als 20 Jahren. Während sich der Absturz bei den psychologischen Psychotherapeuten noch mit den Eingriffen in die Vergütung erklären lässt, sind die anderen Fachrichtungen vor allem mit den politischen Rahmenbedingungen höchst unzufrieden“, kommentierte Prof. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit.

Aus seiner Sicht kommen die angekündigten Reformen nicht voran. Statt grundlegender Veränderungen gebe es vor allem haushalterische Korrekturen. Zugleich würden Einsparungen und neue Finanzierungsquellen vermengt. „Reformen müssen grundlegend und gemeinsam gedacht werden. Solange ein gemeinsames Ziel fehlt und sich die Politik in Einzelmaßnahmen verliert, dürfte sich an der Stimmung wenig ändern. Der historische Tiefstand ist dafür ein deutliches Signal“, so Obermann.

Das Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit gibt differenziert Auskunft darüber, wie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ihre aktuelle wirtschaftliche Lage einschätzen und welche Entwicklung sie in den kommenden sechs Monaten erwarten. An der repräsentativen Erhebung im dritten Quartal 2026 nahmen 941 Ärztinnen und Ärzte teil.

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