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Beschwerdeplattform gegen Werbelügen

Schummelmelder.de: Verbraucher sollen ungesunde Lebensmittel enttarnen

  • Wer sich beim Lebensmitteleinkauf über Etikettenschwindel und Mogelpackungen geärgert hat, kann jetzt beim 'Schummelmelder' seinem Ärger Luft machen. So schreibt Laura K. zu dem Produkt "Finesse Geriebene Orangenschale" von Dr. Oetker: "Die Verpackung wirbt mit 'aus frischen Orangenschalen', jedoch ist fast doppelt so viel Zucker (59%) enthalten wie Orangenschalen (34%). Dazu kommen noch Trennmittel, Farbstoff und andere Zusatzstoffe. Dr. Oetker tut jedoch so, als ob es sich hierbei um eine natürliche Zutat zum Backen handelt." zm/nb
nb/pm
Zucker
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"Gesunde" Zuckerbomben, "Natur"produkte mit Zusatzstoffen oder "Hühner"-Suppe ohne Hühnerfleisch: Gegen solchen Etikettenschwindel hat die Verbraucherorganisation foodwatch jetzt eine Plattform gestartet.

Unter www.schummelmelder.de können Verbraucher ab sofort Lebensmittel, von denen sie sich im Supermarkt getäuscht fühlen, online mit einem Foto und einem Kommentar hochladen.

Täuschung ist leider eher die Regel ...

"Wir wollen Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Plattform geben, auf der sie ihre Kritik an Werbelügen direkt öffentlich machen können. Denn: Täuschung ist leider eher die Regel als die Ausnahme im Supermarkt", erklärt Sophie Unger, Projektleiterin bei foodwatch. "Darauf wollen wir mit dem 'Schummelmelder' aufmerksam machen - und Politik und Lebensmittelwirtschaft endlich zum Handeln bewegen."

Wenn unausgewogene Babyprodukte "kindgerecht" werden

Die Verbraucherorganisation fordert klarere Kennzeichnungsregeln für Lebensmittel. Die bisherigen Vorgaben würden laut foodwatch nicht vor irreführenden Angaben auf Lebensmittelpackungen schützen. Obwohl im EU-Lebensmittelrecht allgemein ein Verbot von Täuschung festgeschrieben sei, könnten in der Praxis Hersteller dennoch oft ganz legal schummeln und täuschen - weil zum Beispiel Zuckerbomben mit "Gesundheitsversprechen", unausgewogene Babyprodukte als "kindgerecht" oder hochverarbeitete Lebensmittel als "natürlich" und "traditionell" beworben werden dürften.

Um auf das Problem der legalen Verbrauchertäuschung im Lebensmittelbereich hinzuweisen, verleiht foodwatch seit 2009 den "Goldenen Windbeutel". Bei der Online-Abstimmung können Verbraucher aus fünf nominierten Produkten die dreisteste Werbelüge des Jahres wählen. Auch für 2018 ist wieder eine Wahl zum Goldenen Windbeutel geplant. Alle Produkte, die auf der Plattform 'Schummelmelder.de' veröffentlicht sind, werden dann auch bei der Auswahl der Kandidaten für den Goldenen Windbeutel 2018 berücksichtigt.

nb/pm

Mehr zum Thema: Zucker

35 Kilogramm Zucker essen die Deutschen pro Jahr und Kopf – mehr als doppelt so viel wie von der WHO empfohlen. Der Wert bildet jedoch nur den Konsum von Haushaltszucker ab. Hinzu kommt ein steigender Verbrauch von Mono- und Disacchariden, die Lebensmitteln zugesetzt werden – und zunehmend zum Problem werden.

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