Trend der 1990er Jahre ist zurück

Top oder Flop: Das muss beim Zahnschmuck beachtet werden

von LL
Praxis
Gegen Zahnschmuck spricht eigentlich nicht viel, solange dieser professionell angebracht wird und einige Aspekte beachtet werden. Eine unbedachte Do-It-Yourself-Anwendung sollte aber auf jeden Fall vermieden werden, betont die Bundeszahnärztekammer (BZÄK).

Zahnschmuck, wie glitzernde Strasssteinchen auf den Zähnen, erlebt gerade ein Revival. Inspiriert von den Mode- und Beautytrends der 1990er Jahre, die zu Hauf und in vielen Variationen auf Social-Media-Kanälen gezeigt werden, wollen vor allem junge Menschen die Zahnverzierung. Die Nachfrage steigt seit Anfang dieses Jahres, berichteten Zahntechniker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Gegen das Interesse an den eigenen Zähnen ist nichts einzuwenden, sagt die BZÄK. Die Verzierung bleibt der persönliche Geschmack der Patienten. Sie warnt aber vor unsachgemäßen Do-It-Yourself-Anwendungen mit möglicherweise billigem Kleber für Zuhause und gibt folgende Hinweise:

  • Zahnschmuck sollte nicht dazu dienen, einen ungepflegten oder erkrankten Mund zu kaschieren.

  • Oft ist unklar, wie bioverträglich die verwendeten Materialien sind. Manche Schmucksteine sind so weich,  dass Zähneputzen sie schnell unansehnlich wirken lässt.

  • Kleben im Mund ist nicht trivial, so kann Kleber zwischen benachbarte Zähne laufen oder in  Zahnfleischtaschen gelangen.

  • Ein Schmuckstein, der an falschen Stellen verklebt wurde, verursacht einen chronischen Reiz am Zahnfleisch.

  • Soll der Schmuckstein irgendwann wieder entfernt werden, ist haushaltsübliches Werkzeug nicht geeignet. Es könnte den Zahnschmelz oder das Zahnfleisch verletzen.

Der verzierte Zahn verlangt besonders gute Pflege

Grundsätzlich muss der Zahn mit dem Zahnschmuck natürlich sehr gut gepflegt werden. Dann kann er bis zu Eineinhalbjahre halten. Preislich bewegt sich die dentale Dekoration um 100 Euro pro Zahn.

Wer es doch selbst machen möchte, sollte vorher trotzdem auf jeden Fall einen Zahnarzt aufsuchen. Dabei lässt sich klären, wie es um die Mundgesundheit bestellt ist, welches Schmuckmaterial man sich ausgesucht hat und wo gute Klebestellen wären, erklärt die BZÄK.

Da für die Befestigung die Zahnoberfläche angeraut beziehungsweise angeätzt wird, ist zum einen die Qualität des Klebers und das saubere Arbeiten relevant. Ist der Kleber von schlechter Qualität, kann das nachhaltig schaden, warnt die BZÄK. Denn ein ausgewogenes Verhältnis von Säure und Kleber sind wichtig, um den Zahnschmelz zu schützen. Bei der Selbstanwendung kann der Schmuck auch falsch platziert werden und die Stelle dadurch im Anschluss anfälliger für Verfärbungen, Karies oder Parodontitis sein. Vorsicht ist also geboten. Und vielleicht auch die Besinnung darauf, dass gepflegte Zähne schon Schmuck genug sein können.

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