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Auswertung einer Umfrage unter GKV-Versicherten

vdek: Die Debatte um eine Zwei-Klassen-Medizin ist eine Schein-Debatte

Die aktuelle Debatte um die „Zwei-Klassen-Medizin“ geht laut vdek an der Realität vorbei. bilderstoeckchen - Fotolia
sg
Politik
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Der Verband der Ersatzkassen (vdek) wehrt sich gegen eine Schein-Debatte um eine Zwei-Klassen-Medizin und fordert stattdessen: kürzere Wartezeiten und eine bessere Versorgung auf dem Land.

Nach Auffassung der vdek-Vorstandsvorsitzenden Ulrike Elsner geht die aktuelle Debatte um die „Zwei-Klassen-Medizin“ an der Realität vorbei. Eine aktuelle vdek-Umfrage unter 1.000 gesetzlich Krankenversicherten habe nämlich ergeben, dass 85 Prozent sehr zufrieden und zufrieden (55 Prozent) mit ihrer medizinischen Versorgung sind.

Ebenso findet die überwiegende Mehrheit der GKV-Versicherten gut, dass die gesetzlichen Krankenkassen sich durch bestimmte Leistungen und Prinzipien von privaten Krankenversicherungen unterscheiden. So wertschätzt eine große Mehrheit der Befragten, dass Familienmitglieder kostenfrei mitversichert werden können, dass Arzthonorare nicht wie bei PKV-Patienten vorgestreckt werden müssen und dass die Beitragserhebung solidarisch gestaltet ist.

Von einer systematischen Schlechterbehandlung der GKV-Patienten, wie etwa von Prof. Karl Lauterbach behauptet, könne demzufolge nicht die Rede sein, bilanziert Elsner. Allerdings müsse man sich verstärkt mit den Themen Wartezeit und medizinische Versorgung auf dem Land befassen. Hier zeige die Studie deutliche Unterschiede zwischen der städtischen und der ländlichen Bevölkerung. So sagten 25 Prozent der ländlichen Bevölkerung, dass sie unzufrieden mit der Versorgung sind, bei Versicherten aus den städtischen Regionen ist dieser Anteil mit 12 Prozent nur halb so groß.

Um die Versorgung auf dem Land zu verbessern, müssten etwa mobile Fahrdienste und medizinische Versorgungszentren ausgebaut, verstärkt Praxisassistenzen eingesetzt sowie die Möglichkeiten der Digitalisierung, wie Videosprechstunden, konsequent genutzt werden, heißt es vom vdek.

Auf die Frage, womit konkret sie bei ihrem Haus- oder Facharzt nicht zufrieden seien, nannten die Versicherten „Wartezeit in der Praxis“, „Wartezeit auf einen Termin“ und „Zu wenig Zeit“ am häufigsten.

Beim Thema Wartezeit sieht Elsner die KVen in der Pflicht. „Wenn die Ärzte ihrem Sicherstellungsauftrag nicht nachkommen, muss gesetzgeberisch nachgeschärft werden.“ Auf den Prüfstand gehöre auch die Vorschrift, wonach in Vollzeit tätige Ärzte nur 20 Stunden Sprechzeit pro Woche anzubieten brauchen. Ärzte müssten dazu verpflichtet werden, freie Termine an die Terminservicestellen zu melden und die KVen dafür sorgen, dass ausreichende Kapazitäten zur Bearbeitung der Anfragen bereitstehen. Anderenfalls dürften auch Honorarkürzungen kein Tabu sein.

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • Steigende Kosten für neue GKV-Leistungen sollen nach Meinung der Befragten nicht allein den Versicherten aufgebürdet werden, sondern gemeinsam von Arbeitnehmern und -gebern (61 Prozent) bzw. vom Staat durch Steuerzuschüsse (27 Prozent) finanziert werden. „Das ist ein klares Votum der Versicherten gegen Zusatzbeiträge und für die paritätische Finanzierung“, kommentierte Uwe Klemens, Verbandsvorsitzender des vdek, die Antwort. Durch die Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung könnten die Versicherten um sieben Milliarden Euro entlastet werden.

  • Beim Thema Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung ist die Mehrheit der Befragten (60 Prozent) der Ansicht, dass Mehrkosten für den größer werdenden Pflegebedarf durch Steuerzuschüsse vom Staat finanziert werden sollen. Nur 9 Prozent sind für eine zusätzliche private Absicherung.

Klemens nannte zwei Stellschrauben, mit denen diese Probleme reguliert werden können: Zum einen forderte er eine Beteiligung der privaten Pflegeversicherung am Solidarausgleich. Während die Rücklagen der sozialen Pflegeversicherung Ende 2018 auf 4,41 Milliarden abschmelzen würden, verfüge die private Pflegeversicherung noch über Rücklagen in Höhe von etwa 30 Milliarden Euro. Zum anderen hält er auch eine Reform des Morbi-RSA für dringend erforderlich, damit die Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds gerechter auf die Krankenkassen verteilt werden.

Das Meinungsinstitut Forsa führte die Befragung im Auftrag des vdek durch. Mittels Stichproben wurden vom 5. bis zum 15. Dezember 2017 telefonisch 1.000 gesetzlich Krankenversicherte ab 18 Jahren befragt.

sg
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