Bundesinstitut für Berufsbildung

Vertragslösungsquote von Azubis auf Höchststand

LL
Gesellschaft
Die Vertragslösungsquote in dualen Ausbildungen stiegen 2022 mit 29,5 Prozent auf einen neuen Höchststand, informiert das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Und nennt mögliche Gegenmaßnahmen.

Die höchsten Quoten zeigten sich im Handwerk (36,7 Prozent), bei den Freien Berufen (34,7 Prozent) und der Hauswirtschaft (32,6 Prozent), meldet das BIBB. Mittlere Quoten gab es in Industrie und Handel sowie in der Landwirtschaft (jeweils etwa 26 Prozent), deutlich niedrigere Lösungsquoten im öffentlichen Dienst (neun Prozent).

Die Ursachen für vorzeitige Vertragslösungen in der dualen Berufsausbildung seien vielfältig, dazu gehörten revidierte Berufswahlentscheidungen, veränderte Jobanforderungen oder eine gesunkene Attraktivität des Berufsbilds – aber auch das Konflikte zwischen Azubis und Ausbildern spielten eine Rolle. Um vorzeitige Vertragslösungen zu verhindern, sind Unterstützungsangebote für Jugendliche wichtig, schreibt das BIBB. Die Ausbildungsberatung der Kammern beispielsweise unterstützt bei Fragen rund um das Ausbildungsverhältnis, ebenso die Jugendberufsagenturen. Das Institut gibt dazu den Hinweis, dass es nach Ausbildungsbeginn wichtig sei, die betriebliche und berufliche Sozialisation im Betrieb zu stärken und bei Herausforderungen schneller Hilfe von außen hinzuzuziehen.

Je günstiger der Ausbildungsmarkt, desto einfach wird aufgelöst

Erste Analysen zeigen: Je günstiger die Ausbildungsmarktlage aus Sicht der Jugendlichen, umso höher fällt die Lösungsquote aus. Azubis revidieren bei auftretenden Problemen im Ausbildungsverhältnis schneller ihre Ausbildungsentscheidung und nehmen einen Wechsel vor, wenn sie aufgrund der für sie aktuell günstigen Marktlage relativ einfach einen alternativen Ausbildungsplatz finden können. Umgekehrt seien wegen des momentanen Nachwuchsmangels Betriebe möglicherweise auch eher bereit, Auszubildende einzustellen, die sie für weniger geeignet halten, erklärt das BIBB in seiner Auswertung. Beide Aspekte könnten in der Folge zu einer Häufung von Problemen im Ausbildungsverlauf und zu einer vorzeitigen Beendigung des Ausbildungsverhältnisses führen.

Im Berichtsjahr 2022 wurden insgesamt 155.325 duale Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, heißt es in dem Bericht. Gut ein Drittel dieser Vertragslösungen erfolgte in der Probezeit, ein weiteres Drittel später, aber noch im ersten Ausbildungsjahr. Knapp 23 Prozent erfolgten im zweiten Ausbildungsjahr.

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