Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

Zusammenhang zwischen Fruktose und Bluthochdruck

Viel Obstsaft in der Kindheit erhöht Hypertonie-Risiko im Erwachsenenalter

ck
Medizin
Eine große Langzeitstudie der University of Toronto und der Harvard University belegt, dass Kinder, die viel zuckergesüßte Limonaden und Obstsäfte trinken, ein höheres Risiko für Bluthochdruck später im Leben haben.

Die Analyse umfasste 25.749 US-Jugendliche im Alter von 9 bis 16 Jahren aus der Growing Up Today Study (GUTS). Sie berichteten regelmäßig, wie oft sie im Durchschnitt zuckergesüßte Getränke konsumierten, darunter Limonaden, Punsche, Tees und Sportgetränke sowie Fruchtsaft und ganze Früchte. Die Teilnehmer wurden bis zu 25 Jahre lang begleitet. Ihr mittleres Alter zum Ende der Folgezeit betrug 36 Jahre.

Gefragt wurde, wie oft sie im Durchschnitt eine Standard-Portion dieses Lebensmittels oder Getränks zu sich nahmen: von „nie oder weniger als einmal pro Monat“ bis „6 oder mehr pro Tag“. Die Teilnehmer machten zudem regelmäßig Angaben über ihre sonstigen Ernährungsgewohnheiten, ihr Gewicht sowie ihre körperliche Aktivität und ihr Rauchverhalten.

Die Forscher schätzten die Assoziationen von Gesamtfruktose und zuckergesüßten Getränken, Fruchtsaft und Vollfruchtaufnahme auf Basis der von den Probanden selbst gemeldeten Bluthochdruckdiagnosen. Sie entwickelten auch Modelle zur Wirkung der Subsitution von zuckergesüßten Getränken oder Fruchtsaft durch Vollfrucht, Milch und Wasser.

Viel Orangensaft ist besonders schädlich

Das sind die Ergebnisse:

  • Teilnehmer, die zwei oder mehr Portionen zuckergesüßter Getränke pro Tag tranken, hatten ein um 52 Prozent höheres Risiko, später Bluthochdruck zu entwickeln, verglichen mit denen, die weniger als drei Portionen pro Woche konsumierten. Eine typische Portion wurde mit 355 Milliliter definiert.

  • Jede tägliche Portion Sprudel und Sportgetränk war mit einem um 23 Prozent beziehungsweise 36 Prozent höheren Risiko für Bluthochdruck assoziiert.

  • Wer 1,5 oder mehr Portionen Obstsaft pro Tag trank, hatte ein um 35 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck als  diejenigen, die weniger als eine Portion pro Woche davon tranken. Eine Portion umfasste 237 Milliliter.

  • Jede tägliche Portion Orangensaft war mit einem 20 Prozent höheren Risiko für Bluthochdruck verbunden, was Apfel- und andere Säfte nicht waren.

  • Das Ersetzen einer täglichen Portion zuckerhaltiges Getränk durch Vollfrucht war mit einem um 22 Prozent geringeren Risiko für Bluthochdruck assoziiert, das Ersetzen von Fruchtsaft durch Vollfrucht führte zu einem um 19 Prozent geringeren Risiko. Ganze Früchte waren Äpfel, Orangen, Bananen, Mangos, Trauben, Birnen, Melonen, Erdbeeren und Pfirsiche.

  • Die Substitution von zuckergesüßten Getränken durch Milch oder Wasser war mit einem bis zu 13 Prozent geringeren Risiko für Bluthochdruck verbunden, während keine signifikante Assoziation für den Ersatz von Obstsaft durch Milch oder Wasser gefunden wurde.

Der Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Getränken, Fruchtsaft und Bluthochdruck bestand unabhängig von der allgemeinen Ernährungsqualität, körperlicher Aktivität und anderen Faktoren.

„Ernährungsgewohnheiten im frühen Leben können dauerhafte gesundheitliche Folgen haben“, bekräftigt Senior-Studienautorin Vasanti Malik, Associate Professor und Canada Research Chair in Nutrition and Chronic Disease Prevention an der University of Toronto und außerordentliches Fakultätsmitglied in der Abteilung für Ernährung an der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston.

Auch Sportdrinks sind nicht gesund

„Zuckergesüßte Getränke wie Soda und Sportgetränke, die oft als gesund vermarktet werden, sollten begrenzt werden“, fordert sie. "Die Aufnahme von Fruchtsaft kann bei niedrigen Konzentrationen harmlos, aber schädlich bei höheren Aufnahmewerten sein. Sie sollten immer aus 100 Prozent Fruchtsaft bestehen und dennoch nur in Maßen genossen werden. Ganze Früchte sollten zuckerhaltigen Getränken vorgezogen werden.“

Laut Amit Khera von der American Heart Association, Direktorin für präventive Kardiologie am Southwestern Medical Center der University of Texas in Dallas, ist der Zusammenhang zwischen zuckergesüßten Getränken und erhöhtem Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Risiko in allen Studien konsistent. Die Ergebnisse dieser Studie hätten jedoch mehrere neue Erkenntnisse hinzufügen:

Erstens biete der Fokus auf das Gesundheitsverhalten in der Kindheit mit der Entwicklung von Risikofaktoren für Erwachsene eine entscheidende Möglichkeit zur Prävention. Dabei scheine die Gesamtmenge an Fruktose für die Entwicklung von Bluthochdruck weniger wichtig zu sein als die Art der Lebensmittel, über die sie aufgenommen wird. Zuckergesüßte Getränke und Fruchtsäfte sind demnach mit einem erhöhten Blutdruckrisiko assoziiert, was ganze Früchte nicht sind.

Fruchtsäfte erhöhen Risiko, ganze Früchte nicht

Zweitens sei die Annahme falsch, dass Fruktose im Allgemeinen unabhängig von der Quelle für die kardiovaskuläre Gesundheit schädlich ist und dass Fruchtsäfte für die Gesundheit von Vorteil sind. „Diese Studie zeigt, dass nichts von dem richtig zu sein scheint“, betont Khera.

Die Ergebnisse der Studie bekräftigen den Autoren zufolge, dass Ernährungsrichtlinien den Verzehr von ganzen Früchten fördern und gleichzeitig die Fruktose in flüssiger Form, auch in jungen Jahren, begrenzen sollten.

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.

Zum Seitenanfang springen