Zuckerdrinks erhöhen Risiko für Leberkrebs-Subtypen
Eine große Kohortenanalyse gibt Hinweise darauf, dass ein höherer Konsum zuckergesüßter Getränke mit einem leicht erhöhten Risiko für zwei Leberkrebs-Subtypen verbunden ist. Für künstlich gesüßte Getränke zeigte sich kein entsprechender Zusammenhang.
Die Autoren bezogen 11 prospektive Kohortenstudien in ihre Analyse ein. Zehn Studien stammen aus den USA, eine aus Europa. Insgesamt wurden 1.518.411 zu Studienbeginn krebsfreie Erwachsene eingeschlossen. Das mittlere Alter lag bei 57,8 Jahren; 58,2 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen. Je nach Kohorte wurden die Teilnehmenden zwischen 1980 und 2009 aufgenommen und über einen langen Zeitraum nachbeobachtet.
Neu aufgetretene Leberkrebsfälle wurden über Krebsregister, Nachbefragungen oder medizinische Unterlagen erfasst. Der Konsum künstlich gesüßter und zuckergesüßter Getränke wurde zu Studienbeginn mithilfe validierter Ernährungsfragebögen erhoben.
Leberkrebs ist in Deutschland zwar relativ selten, gehört jedoch aufgrund der schlechten Prognose zu den häufigsten Krebstodesursachen. In Deutschland treten laut Robert Koch-Institut derzeit rund 9.680 neue Fälle pro Jahr auf, bei fast 8.400 Todesfällen.
Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 17,8 Jahren traten insgesamt 2.811 neue Leberkrebsfälle auf. Darunter waren 1.699 hepatozelluläre Karzinome und 444 intrahepatische Cholangiokarzinome. Nach multivariabler Adjustierung war jedes zusätzliche zuckergesüßte Getränk pro Tag mit einem leicht erhöhten relativen Risiko für beide Subtypen assoziiert: für hepatozelluläre Karzinome um 10 Prozent, für intrahepatische Cholangiokarzinome um 15 Prozent.
Die häufigsten Ursachen von Leberkrebs sind in Deutschland eine chronische Hepatitis-C und ein hoher Alkoholkonsum, wobei die Bedeutung nicht-alkoholbedingter Fettlebererkrankungen zunimmt.
Im Ergebnis zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckergesüßter Getränke und dem Risiko für hepatozelluläres Karzinom (HCC) und intrahepatisches Cholangiokarzinom (ICC). Der Konsum aspartamischer Getränke (ASB) hingegen war weder insgesamt noch nach Subtyp mit Leberkrebs assoziiert.
Die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen ASB und Leberkrebs beim Menschen, insbesondere zwischen Aspartam und HCC, wird durch diese Analysen insgesamt nicht eindeutig gestützt. Basierend auf dieser Studie und früheren Forschungsergebnissen, die zuckergesüßte Getränke mit negativen Folgen in Verbindung bringen, könnte eine Reduzierung des Konsums zuckergesüßter Getränke sinnvoll sein.
Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Die Ergebnisse zeigen daher eine Assoziation, belegen aber keine Kausalität.
Watling CZ, Zhao L, Zhang X et al. Artificially Sweetened and Sugar-Sweetened Beverage Intake and Risk of Liver Cancer. JAMA Netw Open. 2026 Jun 1;9(6):e2617754. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2026.17754. PMID: 42268607; PMCID: PMC13254733.





