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Erfolg der Digitalisierung hängt von Akzeptanz ab

Warken will Nutzung der elektronischen Patientenakte erleichtern

ao
Politik
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mehr Menschen davon überzeugen, die elektronische Patientenakte (ePA) aktiv zu nutzen. Das betonte sie gestern bei der Digital-Health-Messe DMEA in Berlin.

Die ePA wirke bereits und erleichtere den Alltag der Patientinnen und Patienten, erklärte Warken am Dienstag in ihrer Keynote bei der Digital-Health-Messe DMEA in Berlin. Allerdings sei vielen das Anmeldeverfahren zu aufwendig. Daher soll laut Warken das Anmeldeverfahren vereinfacht und ab 2027 mit dem europäischen digitalen Identifikationsverfahren EUDI-Wallet verknüpft werden.

Volltextsuche soll bis Ende 2026 kommen

Außerdem solle bis zum Jahresende die Volltextsuche innerhalb der ePA kommen. Ende des Jahres sollen zudem Daten aus der E-Akte für die Forschung zur Verfügung stehen. „Wir wollen, dass die Krankenkassen mehr Anwendungen für die ePA bereitstellen können“, sagte die Ministerin.

„Wir wollen nicht bei der Digitalisierung sparen, sondern durch Digitalisierung."

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU)

Sie kündigte außerdem an, dass auch die Prävention stärker digitalisiert werden soll. So sollen etwa Krankenkassen die ePA-Daten nutzen können, um „maßgeschneiderte Präventionsempfehlungen“ wie Vorsorgeuntersuchungen und Impfempfehlungen innerhalb der ePA anbieten zu können. 

Primärversorgungssystem soll über ePA laufen

Bei der geplanten Einführung eines Primärversorgungssystems werde die E-Akte ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Von der standardisierten digitalen Ersteinschätzung des Behandlungsbedarfs über elektronische Überweisungen bis zur digitalen Terminbuchung soll die ePA-App die Patienten künftig mit leicht bedienbaren Informationen begleiten, „die einen echten Mehrwert haben“, erläuterte Warken.

Die Ministerin erklärte, dass diese Maßnahmen mit dem „Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“ (GeDIG) umgesetzt werden sollen. Ein Referentenentwurf des Gesetzes war bereits Anfang April bekannt geworden. Er sieht demnach vor, „Reallabore“ zum Thema Künstlicher Intelligenz zu errichten. Weiterhin ziele das Gesetz darauf ab, die Telematik-Infrastruktur weniger komplex, störungsfreier und nutzerfreundlicher zu gestalten. Die gematik solle mehr Instrumente erhalten und die Interoperabilität weiterentwickelt werden, kündigte Warken an.

Patienten müssen konkreten Nutzen haben

Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft und eines zunehmenden Fachkräftemangels führt laut Warken an der digitalen Transformation des Gesundheitssystems kein Weg vorbei. „Die Zukunft unseres Gesundheitswesens hängt davon ab, wie entschieden wir die Digitalisierung umsetzen können“, betonte sie. Neben einer schnelleren Umsetzung sei es auch wichtig, dass die Patienten von den digitalen Anwendungen einen konkreten Nutzen haben.

„Digitalisierung muss im Alltag integriert werden und eine echte Unterstützung sein“, erklärte Warken. Nur so könne es gelingen, Akzeptanz zu schaffen und Vertrauen zu gewinnen. „Es ist klar, dass der Erfolg der Digitalisierung vor allem von der Akzeptanz im Versorgungsalltag“ abhänge, machte die Ministerin deutlich.

Mit Blick auf die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung betonte Warken, dass sie mit dem Entwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz die Beitragssatzsteigerungen zum Jahreswechsel beenden wolle. Digitalisierung solle dabei auch zur Entlastung beitragen. „Wir wollen nicht bei der Digitalisierung sparen, sondern durch Digitalisierung“, stellte die Ministerin klar. So ließen sich beispielsweise durch eine bessere Koordination und Steuerung von Arztbesuchen Kosten einsparen.

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