Was das Pausenbrot über die Mundgesundheit verrät
Ziel dieser Studie aus Australien war es, die Zubereitung von Pausenbroten und ihre Wechselwirkung mit anderen sozialen Praktiken zu untersuchen, um ihren Einfluss auf die Ernährung und Mundgesundheit der Schulkinder zu identifizieren.
Junkfood in der Kantine und der Brotbox
Eine ältere australische Querschnittsstudie hatte in dem Zusammenhang versucht, die wichtigsten in der Grundschule angebotenen Speisen und Getränke zu identifizieren und Unterschiede im Konsumverhalten zwischen Kindern mit und ohne Kantinenbesuch zu ermitteln. Dazu wurde das Schulessen von 1.681 Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren in der Region Barwon im Südwesten von Victoria, Australien untersucht. Die Speisen und Getränke lieferten durchschnittlich 3087 ± 26 kJ. Brot war das am häufigsten konsumierte Lebensmittel und trug 20 Prozent zur Gesamtenergiezufuhr in der Schule bei, gefolgt von Keksen (13 Prozent), Obst (10 Prozent), Müsliriegeln (8 Prozent), abgepackten Snacks (7 Prozent) und Fruchtsäften (6 Prozent). Etwa 10 Prozent der Kinder nutzten die Schulkantine. Diese Kinder nahmen insgesamt mehr Energie und einen höheren Anteil an Energie aus Kuchen, Fast Food und Erfrischungsgetränken auf als Kinder, die die Kantine nicht nutzten (p < 0,001). Insgesamt hatten 68 Prozent der Kinder Obst in ihrer Brotdose, jedoch nahmen über 90 Prozent energiereiche, mikronährstoffarme Snacks („Junkfood“) zu sich. Der Obstkonsum an Grundschulen erschien recht hoch. Besorgniserregend war den Autoren zufolge die übermäßige Menge an energiereichen Lebensmitteln in den Schulbrotdosen.
Sanigorski, A., Bell, A., Kremer, P. et al. Lunchbox contents of Australian school children: room for improvement. Eur J Clin Nutr 59, 1310–1316 (2005). doi.org/10.1038/sj.ejcn.1602244
In halbstrukturierten Interviews wurden dazu 35 Mütter unterschiedlicher kultureller und sprachlicher Herkunft sowie fünf Fachkräfte befragt. Dabei wurde die Zubereitung von Lunchboxen als soziale Praxis identifiziert, die Prozesse wie Essensplanung, Lebensmitteleinkauf und Kochen umfasst. Wie die Lunchboxen gefüllt wurden, war auch abhängig von den Vorlieben der Kinder, ihrer emotionale Verfassung und den Erziehungsvorstellungen der Eltern. Auch die Kompetenz, praktische, einfache und schmackhafte Mahlzeiten zuzubereiten, zählte dazu. Dokumentiert wurde dabei die Verwendung von Fertignahrungssmitteln.
Bequemlichkeit bestimmt die Lunchbox
Im Ergebnis zeigt die Studie, wie alltägliche Entscheidungen über den Inhalt von Lunchboxen oft von Bequemlichkeit und emotionalen Bedürfnissen und nicht von individuellen Vorlieben bestimmt werden. Dies kann zu einem erhöhten Konsum von zuckerhaltigen und schwer verdaulichen Lebensmitteln beitragen und somit Ernährungsgewohnheiten und Essmuster prägen, die negative Auswirkungen auf die Mundgesundheit von Kindern haben. „Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, diese lebensmittelbezogenen Praktiken als sozial eingebettet und nicht rein individuell oder ernährungsbedingt zu betrachten“, bilanzieren die Autorinnen und Autoren.
Jamkar R, Ward PR, Fisher C, Calache H, Slack-Smith L. Lunchbox Preparation as a Social Practice and Its Impact on Children's Oral Health in Culturally Diverse Contexts. Community Dent Oral Epidemiol. 2026 Jan 4. doi: 10.1111/cdoe.70042. Epub ahead of print. PMID: 41486499.



