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Repräsentative Umfrage

Was Jugendliche an Social Media nervt

Soziale Medien sind für junge Menschen sehr wichtig. Ttrotzdem geht ihnen auch viel auf den Plattformen auf die Nerven. Monkey Business - stock.adobe.com
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Gesellschaft
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Soziale Medien sind aus dem Alltag von der Kinder und Jugendlichen nicht wegzudenken. Dennoch befürworten 55 Prozent von ihnen ein Social-Media-Verbot. Und vieles auf den Plattformen nervt sie auch.

Laut einer repräsentativen Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), für die 1.400 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren online befragt wurden, sind acht Prozent von ihnen für ein grundsätzliches Verbot, 47 Prozent für ein Verbot bis zu einem gewissen Alter. Diese wiederum sprechen sich im Durchschnitt für eine Altersgrenze von 14 Jahren aus. Grundsätzlich stehen 80 Prozent der Befragten sozialen Medien allerdings positiv gegenüber.

Dabei sprechen sich deutlich mehr Mädchen für ein Social-Media-Verbot aus als Jungen (60 Prozent versus 52 Prozent). Auch nimmt der Zuspruch mit dem Alter zu: 68 Prozent der 16- bis 17-Jährigen befürworten ein Verbot, während dies bei den 12- bis 15-Jährigen nur etwa die Hälfte tut.

Viel Konsum kann zu negativen Gefühlen führen

Die Ergebnisse der Erhebung zeigen, dass die Nutzung der digitalen Angebote zu mehr gesundheitlichen Auffälligkeiten führen kann. Demnach haben 49 Prozent der Jugendlichen, die pro Tag vier Stunden oder mehr Social Media nutzen, oft oder ständig schlechte Laune. Bei denjenigen, die nur ein bis zwei Stunden pro Tag in den Netzwerken unterwegs sind, sind es nur 20 Prozent. Ähnlich deutlich ist der Unterschied bei Gefühlen wie Unsicherheit und Zweifel (41 Prozent versus 22 Prozent) oder Unzufriedenheit mit sich selbst (40 Prozent versus 22 Prozent). 

Was Jugendliche an Social Media nervt

Auf die Frage, was Jugendliche an Social Media nervt oder stresst, sagen sie:

  • Zu viel Werbung: 57 Prozent empfinden die Menge an Werbung als störend.

  • Fake News: 52 Prozent ärgern sich über falsche und irreführende Informationen oder Bilder.

  • Zu viel Zeit online: 36 Prozent stresst, dass sie sich zu lange in Social Media verlieren.Mobbing und Beleidigungen: 35 Prozent belasten negative und beleidigende Kommentare oder Mobbing.Unerwünschte Bilder und Videos: 31 Prozent stört, dass sie auf Social Media mit Inhalten konfrontiert sind, die sie gar nicht sehen wollen, zum Beispiel zu Gewalt.

  • Geschönte Darstellungen: 14 Prozent nervt, dass vorrangig positive Inhalte gezeigt werden.

Schlafprobleme und Schmerzen nehmen zu

Neben negativen Gefühlen treten laut dem Report auch körperliche Beschwerden bei langem Social-Media-Konsum häufiger auf. So berichteten Jugendliche, die vier oder mehr Stunden täglich auf Social Media sind, häufiger von Schlafproblemen als diejenigen, die täglich nur ein bis zwei Stunden dort verweilen (38 Prozent versus 14 Prozent). Die Befragten leiden bei einer längeren Nutzung außerdem mehr unter Kopfschmerzen oder Migräne (37 Prozent versus zwölf Prozent), Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen (30 Prozent versus 17 Prozent). Bauchschmerzen treten ebenfalls häufiger auf (28 Prozent versus 12 Prozent).

Die Untersuchung zeigt auch, dass sich Jugendliche mehr Unterstützung wünschen wie etwa Lernvideos zu den Gefahren von Social Media (48 Prozent). 46 Prozent sprechen sich für speziell geschulte Ansprechpersonen wie Medienscouts in der Schule aus. 43 Prozent wollen mehr Gespräche mit den Eltern.

In Australien gilt Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige

Besonders für Kinder und Jugendliche kann Social Media laut Experten schädlich sein. Daher führte Australien als erstes Land der Welt ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ein. In Deutschland hat sich Bundesfamilienministerin Karin Prien mehrfach für ein gesetzliches Mindestalter für soziale Medien auf EU-Ebene ausgesprochen und möchte dieses zügig voranbringen.

Falls sich die EU-Staaten nicht einigen können, braucht es laut der CDU-Politikerin eine deutschlandweite Regelung. Inhaltlich bekräftigte Prien ihre Forderung nach einem gesetzlichen Mindestalter von 13 Jahren. Dies entspricht einem Vorschlag der Expertenkommission der Bundesregierung, die im Frühsommer ihren Bericht vorgelegt hat. Der Abschlussbericht soll im September folgen.

Für die Online-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut eye square im April und Mai 2026 bundesweit 1.400 Personen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Stichprobe entspricht einem repräsentativen Abbild dieser Altersgruppe in Deutschland.

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