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Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag

Was Zahnärzte über das Rauchen wissen müssen

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Gesellschaft
Tabakkonsum ist der vermeidbare Risikofaktor Nummer eins für Krebs, betont die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zum Weltnichtrauchertag 2026. Zwei Webinare informieren Zahnärztinnen und Zahnärzte über Nikotinkonsum und Mundgesundheit.

Wie das Statistische Bundesamt zum Aktionstag am kommenden Sonntag mitteilt, hat in Deutschland knapp ein Fünftel (19,1 Prozent) der Bevölkerung ab 15 Jahren im Jahr 2025 „zumindest gelegentlich“ geraucht. Der Anteil der Raucherinnen und Raucher sei damit im Vergleich zum Jahr 2021 (18,9 Prozent) annähernd gleich geblieben und verglichen mit dem Jahr 2017 (22,4 Prozent) sogar leicht zurückgegangen.

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Am Donnerstag, den 4. Juni 2026, findet von 15 bis Uhr ein von der SEPA Foundation und dem Europäischen Netzwerk zur Raucher- und Tabakprävention (ENSP) initiiertes internationales Webinar zum Thema Nikotinkonsum und Mundgesundheit statt. Die SEPA ist die Sociedad Española de Periodoncia y Osteointegracióna. Da über 20 Länder teilnehmen und zwei bis drei Referenten pro Land im Webinar vertreten sind, werden mehr als 50 führende Experten erwartet. Die Teilnahme läuft über die SEPA und ist kostenfrei.

Außerdem lädt die DG PARO am 11. Juni um 20 Uhr zu einem Webinar zu den Zusammenhängen zwischen Parodontitis und Nikotinkonsum ein. Es referieren: Dr. Thierry Favrod-Goune zum Thema „Risikoreduktion im Zusammenhang mit Zigarettenkonsum“, Prof. Christoph Ramseier zu einem integrierten „Verhaltensänderungsmodell zur Raucherentwöhnung in der parodontalen Behandlung“ und Prof. Phillip Sahrmann zu „Tabakintervention: Lästig, schwierig sinnlos“?

Insgesamt 16 Krebsarten sind mit Rauchen assoziiert

Tabakrauch verursacht nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) jährlich etwa 130.000 Todesfälle in Deutschland, 42 Prozent davon durch Krebserkrankungen. „16 unterschiedliche Krebsarten werden durch Rauchen verursacht, wie beispielsweise Darm-, Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs. Am häufigsten ist dabei Lungenkrebs. Raucher*innen haben darüber hinaus ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle“, mahnt die Gesundheitsorganisation.

Zwar sei zu begrüßen, dass im April 2026 zur Früherkennung ein jährliches Lungenkrebsscreening für starke aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher eingeführt worden sei, politisch müsse jedoch deutlich mehr unternommen werden. „Rauchfreiheit ist ein zentraler Baustein der Krebsprävention“, sagt Dr. Konstanze Blatt, designierte Generalsekretärin der DKG. „Internationale Vorbilder zeigen, dass Regulierungen wirken.“

Rauchverbot ausweiten, Geschmacksstoffe verbieten

Sinnvolle Regulierungsmaßnahmen sind auch Sicht der DKG steuerliche Maßnahmen für Tabak- und Dampfprodukte sowie die Ausweitung rauchfreier Zonen, insbesondere an Orten, an denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten.

Zudem sollte die Bundesregierung ein konsequentes Werbeverbot für Tabak- und Dampfprodukte umsetzen, das auch indirekte Werbung in den sozialen Medien einbezieht. Wichtig sei darüber hinaus das Verbot von Geschmacksstoffen in Dampfprodukten wie Vapes oder E-Zigaretten.

DKG-Generalsekretärin Blatt betont: „Wir begrüßen den aktuellen Plan der Bundesregierung, die Tabaksteuer zu erhöhen. Für mehr Prävention sollte diese Maßnahme von weiteren flankiert werden. Am Ende sollte Nichtrauchen die einfachere Wahl sein.“

Der Marlboro-Mann ist leider nicht Geschichte

Die Initiative proDente weist auf das Thema des diesjährigen Weltnichtrauchertags hin: „Der 31. Mai steht unter dem Motto ‚Unmasking the appeal‘ – den Reiz entlarven. Denn die Tabak- und Nikotinindustrie hat ihre Strategien verfeinert und findet immer neue, oft subtile Wege, besonders junge Menschen anzusprechen.“

So zeige eine Studie der US-amerikanischen Anti-Tabak-Organisation „Truth Initiative“, dass fast ein Drittel der erfolgreichsten Produktionen auf der Streaming-Plattform Netflix weiterhin Rauchszenen enthielte, oft ohne kritischen Kontext. „Die Konditionierung erfolgt auf neuen, unauffälligen Wegen, aber mit großer Wirkung“, so proDente.

Parallel dazu erschließe die Industrie neue Einstiegsprodukte: „Neben klassischen Zigaretten gewinnen Vapes, E-Zigaretten und Shishas an Beliebtheit. Aromatisierte Produkte ohne sichtbaren Rauch wirken harmlos, führen aber oft in den Nikotinkonsum.“

Auch Trendprodukte wie aromatisierte Zahnstocher zählt proDente als Einstiegsprodukte auf. Für die Mundgesundheit bleibe die Bilanz eindeutig, unabhängig von der Konsumform: Rauchen und Nikotinkonsum erhöhten das Risiko für Parodontitis um ein Vielfaches, auch Karies, Zahnverfärbungen, Mundgeruch und ein erhöhtes Risiko für Mund- und Rachenkrebs seien wissenschaftlich gut belegt.

Hier finden Raucherinnen und Raucher Hilfe beim Aufhören

Die „rauchfrei“-Kampagne des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ist darauf ausgerichtet, Raucherinnen und Raucher beim Aufhören zu unterstützen. Sie zielt desweiteren darauf ab, den Einstieg in das Rauchen zu verhindern und Menschen vor den Folgen des Passivrauchens zu schützen.

Die Internetseite rauchfrei-info.de richtet sich primär an die Zielgruppe der Erwachsenen und bietet ein breites Informationsspektrum rund um das Thema „Rauchen/Nichtrauchen“. Neben dem Informationsangebot und einem großen Forum (rauchfrei-Community) ist auf der Internetseite ein Programm zum Ausstieg aus dem Rauchen eingerichtet, das mittels Rückmeldungen per E-Mail über 4 Wochen beim Rauchverzicht unterstützt.

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